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Die Bundesregierung hat sich in dem Schriftsatz vom 19.05.2003 bekanntlich
heftig dagegen verwahrt, dass ich den Vergleich mit der politischen
Verfolgung der Juden - das Tabuthema der deutschen Nachkriegsgeschichte
schlechthin - gezogen habe. In dem Schriftsatz, den ich in den nächsten
Tagen beim EGMR einreichen werde, habe ich auf diese Kritik, die uns
wohl in die Ecke von Paranoikern stellen soll, wie folgt erwidert:
"Die Bf. halten den Vergleich zwischen ihrer politischen Verfolgung
und derjenigen der jüdischen Bevölkerung im III. Reich für
nicht nur vertretbar, sondern auch treffend. Die Bf. haben nicht behauptet,
einer Verfolgung mit der Intensität des Holocausts ausgesetzt gewesen
zu sein, wenngleich im Zuge der Boden- und Industriereform viele Betroffene
in Internierungs- und Konzentrationslagern unter grauenvollen Umständen
gestorben sind, nicht selten sogar an Ort und Stelle auf ihren Besitztümern
getötet worden sind. Was den Bf. und ihren Vorfahren in den Jahren
1945 bis 1949 widerfahren ist, entspricht somit qualitativ dem, was
die Juden vor der berüchtigten Wannsee-Konferenz über die
Endlösung der Judenfrage am 20.01.1942 erleiden mussten.
Bis zu diesem Zeitpunkt, als die Reichsführung die zynisch als
solche bezeichnete Endlösung der Judenfrage beschlossen
hat, waren auch die Juden aus ihren Wohnungen vertrieben, interniert
und ihres Vermögens beraubt worden. Das entspricht qualitativ dem,
was die Bf. und ihre Vorfahren zu ertragen hatten.
Die Bundesregierung spielt die politische Verfolgung und die unsäglichen
Leiden der Bf. und ihrer Vorfahren herunter, indem sie offenbar nur
den Holocaust als verabscheuungswürdige politische Verfolgungsmaßnahme
gelten lassen will. Es stimmt bedenklich, wenn die Bundesregierung auf
diese Weise zu kaschieren versucht, dass die politische Verfolgung der
Juden bereits kurze Zeit nach der Machtergreifung am 30.01.1933 begonnen
hat und dann stufenweise gesteigert worden ist. Der Holocaust war der
traurige und historisch hoffentlich einmalige Höhepunkt einer Verfolgungskampagne,
die sich zu diesem Zeitpunkt schon über mehr als acht Jahre erstreckt
hatte."
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