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Abk.
für Sozialistische Einheitspartei Deutschlands. Unter dem Druck der
sowjet. Besatzungsmacht am 21.4.1946 gegründet durch Zusammenschluß
von KPD und SPD in der ==> SBZ.
Auf dem Vereinigungsparteitag waren offiziellen Angaben zufolge 47 v.
H. der Mitgl. Kommunisten, 53 v. H. Sozialdemokraten. Die zunächst paritätische
Besetzung aller Parteileitungen wurde Anfang 1949 auch formell
aufgehoben, alle nicht gleichgeschalteten sozialdemokratischen Funktionäre
wurden nach und nach verdrängt. Mitgliederstand nach offiziellen Angaben:
April 1946: 1
298 000, April 1950: 1 750 000, April 1954: 1 413 000, Juli 1958: 1
472 930. Theoretische Grundlagen: Lehren von Lenin und Stalin
sowie von Marx und Engels in Lenin-Stalinscher Interpretation
(Marxisnius-Leninismus, Stalinismus). Seit 1948 schnelle Bolschewisierung
der Partei unter der Parole: Entwicklung der SED zu einer „Partei neuen
Typus“ nach dem Vorbild der KPdSU. Anerkennung der führenden
Rolle der SU und der KPdSU werden auch nach dem XX. Parteitag der KPdSU
für die Mitgliedschaft vorausgesetzt. Ziel der SED ist die Vollendung
des Aufbaus des Sozialismus
in der „DDR“ nach sowjet. Vorbild und die Ubertragung des „DDR“-Modells
auf ganz Deutschland. (==> Spaltung und Wiedervereinigung Deutschlands). Parteiführung und Funktionäre
der SED nehmen Einfluß auf alle Lebensbereiche (Familienpolitik,==>
Rechtswesen, Kulturpolitik
usw.) und beherrschen sämtliche Massenorganisationen und den
gesamten Staats- und Wirtschaftsapparat der SBZ mit der Begründung,
die Partei sei der Vortrupp der Arbeiterklasse und vertrete die Interessen
aller Werktätigen.
Zu den wichtigsten
Herrschaftsmethoden gehören: 1. die Personalunion in den Führungsgremien.
Spitzenfunktionäre der SED bekleiden z. B. zugleich wichtige Staatsämter
(==> Staatsrat) und haben
Schlüsselpositionen in den Massenorganisationen inne; 2. die Kaderpolitik
(Nomenklatursystem); 3. das enge Zusammenspiel der Apparate
(==> Büros d.SED); 4.
die Tätigkeit der Betriebsparteiorganisationen.
Die SED-Parteiführung
leitet und kontrolliert die westdeutsche KPD, auch nach deren Verbot.
Organisatorischer Aufbau: Parteitagsdelegierte waehlen das Zentralkomitee
(ZK), von dem das Politbüro und das Sekretariat
gewählt werden. Nachgeordnet sind Bezirks-, Kreis-, Stadt- und Ortsleitungen;
Grundorganisationen: Betriebs- und Wohngruppen. In der NVA besteht
eine eigene Parteiorganisation im Range einer SED-Bezirksleitung. Zwischen
den Parteitagen finden bei politisch gegebenem Anlaß Parteikonferenzen
statt, deren Einberufung das ZK beschließt. Bisher fanden fünf Parteitage
statt: I. vom 19. bis 22.4.1946 ("Vereinigungsparteitag“); II.
vom 20. bis 24.9.1947; III. vom 20. bis 24.7.1950;
IV. vom 30.3. bis 6.4.1954; V. vom 10. bis 16.7.1958. Parteikonferenzen
wurden durchgeführt: 1. vom 25. bis 28.1.1949; 2. Vom 9. bis 12.7.1952;
3. vom 24. bis 29.3.1956. Eintritt in die SED seit 1.3.1949 nur als
Kandidat moeglich. Erster Sekretaer des ZK der SED Walter
==> Ulbricht. Auf Grund
eines Beschlusses der Alliierten Kommandantur ist die SED auch in West-Berlin
zugelassen. Bei den Wahlen zum West-Berliner Abgeordnetenhaus im Dez.
1958, unmittelbar nach Beginn der Berlin-Krise, erhielt sie dank umfangreicher
Propaganda fuer die Umwandlung West-Berlins in eine sog. Freie Stadt
nur 1.9 v. H. der abgegebenen Stimmen.
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