| Enteignung |
| Von Nico Nader - 05.07.2002 |
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Dumm geboren und nichts dazugelernt |
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Erbärmlich lange hatte eine erschreckend große Zahl deutscher
Bürger das Wissen um die fürchterlichen Geschehnisse, die
Denunzierung, Beraubung und Überführung in das sichere Verderben
von jüdischen Mitbürgern, sowie die schamlose Ausbeutung von
wehrlosen Zwangsarbeitern, bewusst begraben. Wären da nicht die unbeirrbaren Ankläger gewesen, die den dreisten deutschen Verfolgungsverbrechern und Sklaventreibern durch jahrzehntelange Kleinarbeit auf der Spur geblieben waren, um letztendlich das lichtscheue Gesindel ans grelle Tageslicht zu zerren, auf dass von all denen, die Recht und Unrecht sehr wohl unterscheiden können, gehört, gesehen, erkannt und Rechenschaft gefordert werden konnte. Aus einem jahrzehntelangen Dornröschenschlaf wachgerüttelt
überschlugen sich plötzlich Staat und Kirche (Banken) in ehrbarer
Selbstbekenntnis und dem unabdingbaren Willen den bis dato verkannten,
da leider nicht erkannten Opfern, Gerechtigkeit zuteil werden zu lassen.
Selbst dann, als es in dieser ausweglos durchsichtigen Situation ans
Zahlen ging, blühte die kriminelle Energie, um das unangenehme
und vollkommen irrationale Ungemach auf den kleinstmöglichen Nenner
einzuschränken. Mit Sicherheit sind die Entschädigungs- und Wiedergutmachungsbemühungen der jüngsten Vergangenheit nach mehr als einem halben Jahrhundert nicht darauf zurückzuführen, dass man ganz allgemein in deutschen Landen plötzlich den Weg zurück zur Menschlichkeit und Achtung vor der Unantastbarkeit der Ehre der Mitmenschen zurückgewonnen hätte. Durch nichts wird dieser weiterhin fehlende Gesinnungswandel aus freien
Stücken und Überzeugung besser dokumentiert, als durch die
von der "Deutschland AG" mit unvermindert krimineller Energie
fortgesetzte Ausgrenzung Offensichtlich haben die Verantwortlichen diese Rechtsstaates nichts
dazugelernt, bauen wiederum auf Verzögerung, Leugnen, falsches
Zeugnis, wie weiterhin auf dreiste Verstöße gegen die fundamentalsten
Menschenrechte. Zur Zeit spricht alles dafür, dass das Thema der willkürlichen Enteignungen zwischen 1945 und 1949 durch identisch zähe Abschottung verhindert werden soll. Zum Glück, wir leben nicht mehr im Zeitalter der leicht steuerbaren Informationsbeeinflussung. Das Rad der Geschichte dreht sich heutigen Tages mit merklich erhöhter Geschwindigkeit. Und, dem Internet sei Dank, aus den fernsten Winkeln dieses Erdballs und den umfangreichsten Archiven können heute in Sekundenschnelle die unliebsamsten Wahrheiten ans Licht gebracht werden. Diese Entwicklung der letzten Jahren sollte den ewig Gestrigen in diesem Lande auch zum Thema Willkür-Enteignungen in der SBZ die Augen öffnen. Sollte das nicht absehbar sein, so muss erneut ein Feuersturm über diesem Staat gezündet werden. |
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