| Enteignung |
| Von Nico Nader - 27.07.2003 |
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Wem die Stunde schlägt |
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Zunächst sollten wir alle denjenigen Dank sagen, die in unermüdlichem Einsatz nach den Veränderungen durch die stets ersehnte Wiedervereinigung öffentlich gegen den nach wie vor ungebremsten Fortgang der Selbstzerstörung von Ethik, Rechtsstaatlichkeit, Wirtschaft und nicht zuletzt unser aller Kultur im Deutschland angehen. Was ist los mit Deutschland? Eine ungebrochenen Kette von seriöser Beweisführung gegen das Willkürverhalten aller drei gesamtdeutschen Staatsgewalten, seit der Annexion der ehemaligen DDR zum Bund der Republik Deutschland, verpufft unbeachtet im dreizehnten Jahr, ohne erkennbare Auswirkungen, wie hohler Schall und Rauch.- Sind die Staatsbürger des heutigen Deutschland in Wirklichkeit zu einem Haufen von interessenlosen Ignoranten verkommen, die weder in der Lage, noch Willens sind über den Tellerrand ihres direkten persönlichen Umfeldes hinauszuschauen? Kann es sein, dass die 80 Millionen Menschen, die diesen Staat ausmachen,
ihr Schicksal und das ihrer Republik in Hände gelegt haben, die
aufgrund eingeschränkten Geistesvermögens nur noch fähig
sind, dieses Land in eine unwiderrufliche Bedeutungslosigkeit herab- Kann es sein, dass die gewählten Volksvertreter im Bundestag, welche die mahnenden Stimmen solch berufener und erfahrener Experten, wie der des Hans Herbert v. Arnim, aus der gleichdenkenden Reihe fast aller deutschen Staatsrechtler, des Professor Dr. Kiesow, namens der Hüter dessen, was die Seele unserer Kultur und den damit eng verflochtenen Fundamenten des Hauses Deutschland ausmacht, des Bundesrichters a.D. Falk Freiherr v. Maltzahn, und nicht zuletzt die einer Reihe von angesehenen und kompetenten Juristen aus der Praxis der täglichen Rechtspflege, unbeachtet lassen, weil sie aus falschem Neid, Missgunst und ideologischer Verbohrtheit, diesen Dringlichkeiten der Nation kein Gehör schenken wollen? Kann es sein, dass überzeugend schlüssige Ausarbeitungen
zum Komplex Hier das Resümee der Arbeit von Dr. J. Wasmuth in Wiederholung: Die Wiedergutmachung von in SBZ und DDR verübtem Unrecht mag wegen zahlreicher Entscheidungen des Gesetzgebers problematisch sein. Unter den Fehlleistungen der Gesetzgebung kommt allerdings dem sich bislang aus § 1 I 1 AusglLeistG, § 1 I 3 VwRehaG ergebenden Rückgabeausschluß für durch Entscheidungen der Bodenreform- und Sequesterkommissionen verfolgungsbedingt verfügten Schädigungen von Immobilien bei gleichzeitiger Einführung des Rückgabegrundsatzes für die übrigen besatzungsrechtlichen und besatzungshoheitlichen Verfolgungsakte mit vermögensrechtlichen Folgen sowie für verfolgungsbedingt oder lediglich vermögensrechtlich relevante Zugriffe auf Vermögenswerte in der DDR eine herausgehobene, im Rechtsstaat nicht tolerable Bedeutung zu.
In diesem Zusammenhang ist nochmals auch auf das Manuskript der Rede des Bundesrichters Falk Freiherr von Maltzahn hinzuweisen, die am 13.7.1999 vor der Hanns Seidel Stiftung verlesen worden ist. (dem Archiv der Staatshehlerei ist sowohl der deutsche, als auch der englische Text zu entnehmen) Es handelt sich dabei um eine umfassende Beurteilung der Hintergründe zu den zahllosen Fehlentscheidungen der deutschen Politik, die auch die (unabhängige?) Gerichtsbarkeit auf allen Ebenen in dieses Fehlverhalten hineingezogen haben. Das kleine, aus Motiven der Selbsterhaltung überaus zaghafte Häuflein
von Politikern, das vereinzelt zur Rückkehr zu Rechtsstaatlichkeit
und wirtschaftlicher Vernunft aufruft, verliert sich wiederholt in der
resignierenden Feststellung: Was ist los mit Deutschland? Sind die Mitglieder des Bundestags nicht in der Lage zu erkennen, das die grundsätzliche Marschrichtung der drei Gewalten dieses Staates auf tönernen Füssen steht und daher jedes auch noch so umsorgte Pflänzchen früher oder später vom Absterben bedroht ist, da es keinerlei Bodenhaftung entwickeln konnte? Niemand wird den Grundpfeilern einer rechtsstaatlichen Demokratie in
Verbindung mit sozialer Marktwirtschaft gravierende Webfehler nachweisen
können. Trotz dieser weltweit durchschlagenden Erkenntnis, der Untauglichkeit
von Sozialismus kommunistischer Prägung, bleibt nach wie vor die
Anziehungskraft dieser Utopie in vielen Ländern dieser Erde ungebrochen
mit dem Ziel aller Sehnsüchte, dem Glück für alle, eng
verbunden. Aufschwung und satter Wohlstand im behüteten Treibhausklima des
von der westlichen Welt unterstützten ( insbesondere den USA, wenn
auch gerne verdrängt) und geschonten Musterknaben, alte Bundesrepublik,
ohne internationale Verantwortung und Verpflichtung, haben zu der zwar
breiten aber deswegen nicht berechtigteren Überzeugung geführt,
dass Deutschland, vermeintlich freigestellt durch seine stets betonte
Bereitwilligkeit zum Bußgang ob der gravierenden Verbrechen des
Naziregimes, unbehelligt mit sich selbst beschäftigt darauf fokussieren
könne, sich allein dem materiellen Zugewinn seiner sozial orientierten
Bevölkerung (Wohlstand für alle) zuzuwenden. Es geht nun aber nicht alles nur nach den Gesetzen des Bimmbes, frei nach Kohl. Ein Staat, aufgebaut und gestützt allein durch den Zugewinn seiner Finanzkraft, aber mit einem sich ständig steigernden Defizit bei Ethik, Rechtsstaatlichkeit und innerstaatlichem Vertrauen auf seine Werte, wird zu dem was die Bundesrepublik heute darstellt, ein aufgescheuchter Hühnerhof durchsetzt von politischen Fehlentscheidungen, Misstrauen, ohne den erkennbaren Willen und die Kraft, anhand sich aufdrängender entscheidender Kurskorrekturen wieder Ordnung in seine Strukturen zu bringen. Wie kann ein Staat dessen Fundament mit auf einer rechtsstaatlichen
Eigentumsordnung aufgebaut worden ist, diese in gigantischen Dimensionen
skrupellos über Bord werfen und erwarten er würde daran nicht
Schaden nehmen. Wo ist der Generalbundesanwalt?? Auf welchem gut gepolsterten Ruhekissen
hat sich dieser Amtsträger gebettet. Wie kann es sein, dass ein Bundesrichter öffentlich die Schieflage dieses vorgeblichen Rechtsstaates angreift, und nichts passiert!? Die Wahl des Totschweigens, Aussitzens und Wartens auf die biologische Lösung der Probleme ist des vielgepriesenen deutschen Rechtsstaats nicht würdig.
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