| Presse |
| Von Heiko Peters - am 12. Aug. 2002 |
| Wirtschaftswunder ex DDR | |
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Das Wahlkampfgetöse aller Parteien kulminiert (zur Recht!) in der Frage: Wie ist die Arbeitslosigkeit hier zu Lande dauerhaft und schnell zu bekämpfen? Jeder überbietet den anderen in der möglichst staatlich
überprüften Umverteilung der vorhandenen Arbeit, niemand
aber scheint ernsthaft ergründen zu wollen: Nur wenn ich die Ursache richtig erkenne, kann ich eine wirkungsvolle Rezeptur verordnen. Es gibt heute in Gesamt-Deutschland cum grano salis ca.
4 Millionen offiziell arbeitslos gemeldete Mitbürger. Diese Zahl erhöht sich um eine erhebliche Anzahl von Wirtschafts-Pendlern, die wochenweise oder täglich ihre Arbeit in Westdeutschland tun. Bei aller begründeten Freude über die Wiedervereinigung Die entscheidende Frage scheint also zu sein: Wie schaffe ich schnellstmöglich und dauerhaft eine möglichst hohe Anzahl von Arbeitsplätzen in der Ex-DDR? Gelingt dies mit staatlichen Subventionen in bestimmte Groß-Projekte oder brauchen wir flächendeckend bis in den letzten Winkel von Vorpommern und der Lausitz also überall in Stadt und Land neue Arbeitgeber, die in der Lage und willens sind, Arbeitnehmer einzustellen und zu beschäftigen? Bei der Beantwortung dieser Frage helfen Geschichtskenntnisse und empirische Daten der Volkswirtschaft. Also: 2.) Vor dem 2. Weltkrieg lag die Wirtschaftsleistung in Sachsen und Thüringen an der Spitze aller deutschen Länder, deutlich vor dem Ruhrgebiet. 3.) Nach dem 2. Weltkrieg wurde insbesondere in den ersten Jahren nach 1945 der Mittelstand in der gesamten sowjetisch besetzten Zone landesweit enteignet und vertrieben. Ein Teil der ehemaligen Arbeitgeber nutzte seine in Generationen erworbenen Kenntnisse nach der Flucht in die West-Zonen zum Aufbau einer neuen Existenz und half später unter Adenauer und Ludwig Ehrhardt mit, das weltweit bestaunte Wirtschaftswunder zu vollbringen: Ein anderer Teil wurde von den Kommunisten ausgegrenzt und verfolgt. 4.) Nach der Wiedervereinigung wurde der vertriebene Mittelstand sowohl von der Regierung Kohl wie auch vom Nachfolger an der Rückkehr gehindert. Der politische und juristische Skandal der Enteignungen 1945/49 wurde zwar öffentlich hart angeprangert, aber aufgrund der sehr komplexen Zusammenhänge einerseits und der Mitschuld von Politikern aus allen Parteien andererseits, fanden sich bisher weder meinungsbildende Medien noch Politiker, denen ernsthaft an neuer Weichenstellung für die Zukunft gelegen ist. Kurz zur Erinnerung: Mit dem von Schäuble verteidigtem und von
Kohl vor dem Bundestag behaupteten Junktim der DDR und der UdSSR zur
Wiedervereinigung Was ist zu tun? Da es das behauptete Junktim niemals gegeben hat, sind die noch in Staatsbesitz befindlichen Immobilien sofort und unbürokratisch den rechtmäßigen Eigentümern zurück zu geben in der Hoffnung, dass auch 12 Jahre nach der Wiedervereinigung möglichst viele dieser Familien vor Ort beim Wiederaufbau sich engagieren, damit neue Wirtschaftsstrukturen errichtet werden. Wie aber sollen diejenigen entschädigt werden, die im Sinne der Gleichberechtigung darauf pochen, auch ihre alten Häuser und Grundstücke zurück zu erhalten, obwohl diese inzwischen aufgrund höchst fragwürdigen staatlichen Handelns bereits neue Besitzer erhalten haben und wo diese Neuen auch zum Teil bereits erheblich investiert haben? Hier ist der Staat völlig eindeutig zur Entschädigung verpflichtet nur hat er das nötige Geld nicht. Wo ist der Ausweg? Es bietet sich folgender wirtschaftlicher Königsweg an: Der Staat
entschädigt diese benachteiligten Eigentümer
mit übertragbaren und frei handelbaren Steuergutschriften in Höhe
des 20-fachen Einheitswertes von 1935. Diese Steuergutschriften, die
an jedermann verkauft werden können, sollen zu 100% valutieren,
also gegen jedwede Steuerschuld aufgerechnet werden können, falls
ein gleich hoher Betrag im Laufe von 3 Jahren nach Gutschriftsdatum
auf dem Boden der Ex-DDR investiert wird. Also: Immobilienwert €
250.000,--, Investition innerhalb von 3 Jahren € 250.000,--, Steuerschuld
des Inhabers der Steuergutschrift = 0. Mit dieser Konstruktion werden einerseits viele ehemalige Mittelstands-Familien ermutigt, sich doch noch in der ehemaligen DDR wieder zu engagieren. Andererseits wird das Interesse von wohlhabenden Firmen und Bürgern (nur diese brauchen ja die Steuergutschriften) auf Investitionsmöglichkeiten in der DDR gelenkt, so dass auch diese zum Wirtschaftsaufschwung vor Ort beitragen können. Mit dieser Hilfskonstruktion können ebenfalls kulturelle Werte im Bereich von Kirchen, Museen, alten Fabriken und Gutshäusern erhalten oder neu aufgebaut werden. Ich höre schon den Chor der erbsenzählenden Steuer-Eintreiber: Das geht nicht, wir können das nicht bezahlen. Dem ist entgegen zu halten: A) Das Unrecht, das Politik und Justiz in unheiliger Allianz in Deutschland
den Betroffenen in den letzten Jahren angetan haben, wird in jedem Fall
korrigiert werden müssen. Die Signale in Präzedenzfällen
vor dem Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte in Straßburg
(Rumänien, Bulgarien, Zypern, Griechenland) sind zu eindeutig.
Auch die USA haben mit ihrer Resolution 562 ein klares Signal zur Rechtsstaatlichkeit
gesetzt. B) Der volkswirtschaftliche Nutzen nicht nur des Fiskus, sondern des
gesamten Landes ist gewaltig. 16% der Steuergutschriften fallen bereits
bei der Investition als Mehrwertsteuer sofort an den Fiskus zurück,
die Lohn- und Einkommensteuern, die Körperschafts- und alle Ertragssteuern
werden ungeheuer ansteigen. Der Rechtsfriede, der so lange gelitten hat, wird endlich hergestellt,
neues Leben blüht aus den Ruinen, ein zweites deutsches Wirtschaftswunder
ist möglich. |
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