| Presse |
| Von Heiko Peters - am 16.03.2002 |
| Der Fluch der bösen Tat Enteignungen, vom BVerfG sanktioniert | |
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Ostpreußenblatt vom 16.03.2002 Mitteldeutschland: Der »Fluch der bösen Tat« Als das Bundesverfassungsgericht (BVerfG) im April 1991 das erste Urteil
gegen die Eigentumsrechte des von den Kommunisten in den Jahren 1945
bis 1949 in der SBZ enteigneten Mittelstands sprach, wurde dies von
Wolfgang Schäuble, dem seinerzeitigen Innenminister, mit den Worten
begrüßt: Mein schönstes Geburtstagsgeschenk.
Heute wissen wir aufgrund sorgfältiger Recherche: Das von der Regierung
Kohl behauptete Junktim der UdSSR - Wiedervereinigung nur bei Nichtrückgabe
der 1945 bis 1949 konfiszierten Immobilien - hat es niemals gegeben.
Kanzler Kohl wußte bereits seit seinem Besuch vom 10./11. Februar
1990 bei Gorbatschow, daß die Russen für die Wiedervereinigung
keine Bedingungen stellen würden. Also gab es auch keine Einschätzung
der Regierung in diese Richtung, wie als Ersatz für die zwischenzeitlich
zusammengebrochene These von der unumstößlichen Bedingung
(conditio sine qua non) dem Verfassungsgericht 1996 vorgetragen wurde.
In der Ex-DDR fehlt heute ganz dringend der Mittelstand als Rückgrat der Wirtschaft, als Steuerzahler und als heißersehnter Arbeitgeber. Die Hypothese, daß durch Schäubles schönstes Geburtstagsgeschenk mehr als 500.000 Arbeitsplätze nicht entstanden sind, ist nicht von der Hand zu weisen. Die hierdurch verursachten Soziallasten und fehlenden Steuereinnahmen liegen im dreistelligen Milliardenbereich. Hinzu kommt, daß die andauernde Arbeitslosigkeit und fehlende Zukunftsperspektiven in den östlichen Bundesländern gerade die leistungsfähige und leistungswillige Jugend auf breiter Front zum Abwandern treiben. In den letzten zehn Jahren haben über zwei Millionen Einwohner die Ex-DDR verlassen - verödete Stadtzentren und über eine Million leerstehende Wohnungen sind ein Menetekel. Was ist zu tun? Um die teils seit Jahrhunderten dort tätigen Unternehmerfamilien in ihre Heimat zurück zu locken, müssen die noch im Staatsbesitz befindlichen Immobilien und landwirtschaftlichen Flächen sofort und unbürokratisch an die rechtmäßigen Eigentümer restituiert werden. Dies würde die private Finanzierung von Arbeitsplätzen ermöglichen - durch Hypotheken auf Grundbesitz, ohne staatliche Zuschüsse. Für die zwischenzeitlich verkauften Immobilien aber ist eine faire Entschädigung zu zahlen - so, wie es die von US-Senat und Repräsentantenhaus verabschiedete Resolution No. 562 vorsieht. Neu zu gründende mittelständische Unternehmen sind für die ersten fünf Jahre von allen Ertragssteuern freizustellen, um ausreichend Eigenkapital zu bilden. In den folgenden fünf Jahren kann das Steueraufkommen in jährlichen Stufen auf das normale Niveau hochgeschleust werden. Diese Idee ist übrigens alt und bewährt: So wurde von Friedrich dem Großen das Oderbruch erfolgreich besiedelt und urbar gemacht. Die bürgerlichen Parteien müssen endlich daran gehen, die Fehler der Wiedervereinigung ohne Rücksicht auf Personen aufzuarbeiten und zu korrigieren. Nur so können die vielen hunderttausend ehemals bürgerlichen Wähler, die sich heute weitgehend in die Wahlenthaltung geflüchtet haben, zurückgewonnen werden. Solange der oben gewiesene Weg nicht beschritten wird, muß das
Land weiter Buße tun: Durch völlig überhöhte Steuern
für unnötige Sozialausgaben, durch fehlenden Rechtsfrieden
und dadurch verursachte Auswüchse am extremen linken und rechten
Rand des Parteienspektrums und durch das schlechte Gewissen, sich abermals
an einer Minderheit versündigt zu haben - zum Schaden des gesamten
Staates. |
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