| Enteignung |
| Von Heiko Peters 01.02.2004 |
| PROZESSBETRUG | |
| Helmut Kohl, Roman Herzog und
das enteignete Bürgertum in der Ex-DDR
Von Heiko Peters, Hamburg Pressemitteilung vom 19.06.2003 Der Wegbereiter der deutschen Einheit saß in Moskau und leitete das Institut für außenpolitische Angelegenheiten bei der Akademie der Wissenschaften der UdSSR. Sein Name: Prof. Dr. W. Daschitschew. In seinem kürzlich erschienenen Werk: Moskaus Griff nach der Weltherrschaft (Mittler-Verlag, € 30,--) wird detailliert und nachvollziehbar beschrieben, wie ein Wissenschaftler im Kreml, mit dem geistigen Rüstzeug von Kant, Clausewitz und Generaloberst Beck 30 Jahre lang nach intensiven Studien in seiner sehr einflussreichen Position als Berater der jeweiligen Präsidenten der UdSSR beharrlich daran arbeitete, den Kalten Krieg (er nennt ihn den III. Weltkrieg) zu beenden, den Abzug der Russen aus den besetzten Gebieten Mittel-Europas vorzubereiten und letztlich den Kern der Spannungen, die deutsche Teilung, zu beenden. Die Wiedervereinigung Deutschlands sollte so ermöglicht werden, weil durch die Teilung, die Daschitschew unmoralisch und unmenschlich nennt, immer wieder Konfliktpotential für die Zukunft anfallen würde. Moralisches Rüstzeug von Kant Mit dem moralischen Rüstzeug von Kant, umfangreichen volkswirtschaftlichen Kenntnissen und dem klaren Auge des unbestechlichen Denkers erkennt er die Unterlegenheit des sozialistischen Systems, die Unterdrückung der von Russland besetzten Länder und das Unglück der in Knechtschaft gehaltenen Völker und versucht, das darin liegende Konfliktpotential zu entschärfen. Den ersten aufmerksamen Zuhörer für seine revolutionären Thesen: Abzug aus den besetzten Gebieten, volle Souveränität für alle Nationen in Ost- und Mittel-Europa, Abrüstung von Nato und Warschauer Pakt, Demokratisierung der politischen Landschaft, Umgestaltung der Wirtschaftssysteme in Richtung weg von der Planwirtschaft und hin zur sozialen Marktwirtschaft findet er 1985 in Andropow nach dessen Wahl zum Präsidenten der UdSSR. Doch Andropow stirbt zu schnell und erst mit dem neuen General-Sekretär Michael Gorbatschow findet er den Gleichgesinnten: Gemeinsam wird das Gedachte umgesetzt. Glasnost und Perestroika nach innen, Abzug der Russen im Äußeren: Die Zeitenwende kommt und am 9. November 89 fällt die Berliner Mauer. Gorbatschow gibt Marschall Achromejew Rückzugsbefehl Am 26. Januar 1990 gibt Gorbatschow im Kreml dem Oberkommandierenden
in der DDR, Marschall Achromejew den Befehl, den Abzug der russischen
Armee aus Deutschland vorzubereiten. Deutschland erhält die volle Souveränität Diese Vereinbarung, mit der Frankreich und England nur sehr zögerlich einverstanden waren, wird beim höchsten Gipfeltreffen am 29. Mai zwischen dem Präsidenten der USA Bush sen. und dem Generalsekretär des Zentralkomitees der UdSSR Michael Gorbatschow bestätigt. Über den einzigen offenen Punkt: Darf das vereinigte Deutschland noch der Nato angehören? wird folgende einvernehmliche Regelung beschlossen: Deutschland erhält die volle Souveränität und soll selber darüber befinden, ob und in welchen Grenzen es der Nato angehören will. Irgendwelche anderen Konditionen, z.B. in bezug auf Eigentum, werden nicht gestellt. Lothar de Maiziere und Hans Modrow Es gab aber andere, die von der sozialistischen Idee, das Volksvermögen nach Gutdünken im Besitz des Staates zu belassen oder zu Gunsten des Fiskus zu verkaufen, nicht ablassen wollten. Lothar de Maiziere, wenig später enttarnter Mitarbeiter der Stasi, und Hans Modrow, als Wahlfälscher von Dresden rechtmäßig verurteilt, hatten noch im Januar 1990 in Moskau antichambriert, um die sozialistische Idee der Bodenreform und der Industrie-Enteignungen über die Zeitenwende zu retten. Bei Gorbatschow waren sie abgeblitzt. Trojanisches Pferd de Maiziere Jetzt aber bot sich eine neue Möglichkeit, doch noch zum Ziel
zu gelangen. Deutschland stand 1990 vor der Wahl. Vorher hatten die
Bürgerlichen eine Landtagswahl nach der anderen verloren. Die Umfrageergebnisse
vor der Bundestagswahl waren 7 Monate vorher für die bürgerliche
Regierung verheerend schlecht trotz der Wiedervereinigung. Kohl
meinte, in der Kürze der Zeit keine CDU-Strukturen der CDU-West
in den neuen Ländern aufbauen zu können. Alles aber deutete
darauf hin, dass die Wahl im Osten entschieden werden würde. SPD erhält 75 Millionen (Zusätzlich: Berlin wird Hauptstadt dies sei nur der Vollständigkeit
halber erwähnt). Zusätzlich einigten sich allerdings beide
darauf, dass Parteien und Kirchen ihre Häuser zurückerhalten
sollten, oder eine Verkehrswertentschädigung erhalten müssten,
ebenso wie die von den Nazis enttarnten Wiederstandskämpfer des
20. Juli 1944. (Nur so ist zu erklären, dass die SPD-Zentrale sich
bereits im Jahre 1991 über eine Überweisung in Höhe von
DM 75.000.000,-- freuen konnte, die zum großen Teil in der Medienlandschaft
investiert wurden und bis heute reiche Früchte tragen). Einen neuen Artikel 143/III ins Grundgesetz! So aber nahm das Schicksal seinen Lauf: Mit Einverständnis von Finanzminister Theo Waigel, der die Staats-Finanzen mit dem Erlös aus dem Verkauf des volkseigenen Vermögens aufbessern wollte und deshalb ohne jeden Skrupel der beabsichtigten staatlichen Hehlerei zustimmte, mit dem o.k. von Genscher, der sich nicht entschieden genug für die ehemaligen Mittelständler einsetzte und mit tatkräftiger Unterstützung von Schäuble wurde die Idee umgesetzt, den Rechtsschutz des Grundgesetzes für eine Minderheit auszuhebeln: Es wurde ein Junktim erfunden wohlgemerkt in Bonn und nicht etwa in Moskau oder Ost-Berlin des Inhalts: Wiedervereinigung nur bei Nichtrückgabe der Enteignungen 1945/49. Absicherung im Grundgesetz durch einen neuen Artikel 143/III. Nötigung mit der Wiedervereinigung 112 Abgeordnete des deutschen Bundestages witterten trotz der geringen Zeit von nur 24 Stunden zur Überprüfung des Einigungsvertrages Unheil und erklärten, nur wegen der Nötigung mit der Wiedervereinigung dieser schlimmen Änderung des Grundgesetzes zuzustimmen. Ohne diese 112 Stimmen aber wäre die erforderliche Zweidrittel-Mehrheit nicht erreicht worden. Den Trick selber ausgedacht Die spätere Überprüfung der historischen Abläufe ergibt völlig eindeutig: Es gab keine entsprechende conditio sine qua non der UdSSR. Die DDR trat mit einer Mehrheit von 292 gegen 64 Stimmen dem Geltungsbereich des Grundgesetzes am 24. August 1990 bei ohne jede Bedingung. Es gab auch keine entsprechende Einschätzung der Bundesregierung, wie sie beim zweiten Verfahren vor dem Bundesverfassungsgericht vorgetragen hatte. Die Bundesregierung hatte sich den Trick mit der Änderung des Grundgesetzes selber ausgedacht. Die entsprechenden Formulierungen stammten aus dem Finanzministerium. Aber: Roman Herzog wurde zum Richter in einer Angelegenheit, die er selber mit eingefädelt hatte. Nur so ist seine von den Zuhörern in der ersten Reihe gehörte Bemerkung nach dem Verkünden des Urteilsspruches 1991 zu erklären: An dieses Urteil werden wir lange denken. Die Täter machten sich über die Opfer ein wenig lustig Die deutschen Juristen trauten sich bis heute bis auf ganz wenige
Ausnahmen nicht, sich für das Recht und gegen die political
correctness einzusetzen. In Tausenden von Gerichtsverfahren wurden die
Geprellten von der Justiz abermals betrogen genauso wie schon
1941 eine Treuhandanstalt fremdes Vermögen in Deutschland arisierte,
wurde nun abermals mit Scheinheiligkeit und Heuchelei privatisiert.
Das Versagen der vierten Gewalt Die Journalisten aber, nach eigenem Bekennen als vierte Kraft im Staate
zur objektiven Aufklärung verpflichtet, versagten aus verschiedenen
Gründen bei der Aufklärung dieses ungeheuren Skandals bis
heute: Entweder sie sitzen bei öffentlich-rechtlichen Medien und
haben nicht den Mut, gegen die political correctness zu
verstoßen, oder sie arbeiten bei den Verlagshäusern, die
sich an den späteren Verkäufen durch die hierfür neu
ins Leben gerufene Treuhand-Anstalt selber an der gesetzlich
abgesicherten staatlichen Hehlerei bereicherten und deshalb kein Interesse
an der Aufklärung zeigten. Wie lautet der Paragraph im Strafgesetzbuch? § 263 Betrug. 1. Wer in der Absicht sich oder einem Dritten einen rechtswidrigen Vermögensvorteil zu verschaffen, das Vermögen eines anderen dadurch beschädigt, dass er durch Vorspiegelung falscher oder durch Entstellung oder Unterdrückung wahrer Tatsachen einen Irrtum erregt oder unterhält, wird mit Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder mit Geldstrafe bestraft. 2. Der Versuch ist strafbar. 3. In besonders schweren Fällen ist die Strafe Freiheitsstrafe von sechs Monaten bis zu zehn Jahren. Wie hat Heine schon vor 150 Jahren formuliert? Denk ich an Deutschland
in der Nacht, so bin ich um den Schlaf gebracht. |
| Datum | siehe auch: | Verweise | |
| 29.09.2003 | Das deutsche Watergate | FAZ | |
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