| Enteignung |
| f.d.R.: Günter Kleindienst, Freier Journalist (DJV), 31275 Lehrte / 16. August 2004 |
| Wer ist Heiko Peters? Was kpk heute vor 5 Jahren in der F.A.Z. über ihn schrieb | |
| Geschrieben von Günter Kleindienst, Journalist, am 16. August 2004 01:19:
Anlaß dazu ist vor allem der vor wenigen Tagen von Peters geschriebene persönliche Brief an Bundespräsident Horst Köhler, in dem er diesen scharf kritisiert: Köhler hatte den Chef des Präsidialamtes gebeten, der Witwe eines Widerstandskämpfers, Frau von Bila, die ihm geschrieben hatte, zu antworten. Dieses Schreiben ist inhaltlich an Gedankenlosigkeit, Unüberlegtheit, Engstirnigkeit und Arroganz kaum zu überbieten. Inzwischen ist dieser Brief weit verbreitet worden - und hat besonders unter den „Alteigentümern“ große Empörung ausgelöst. Wenn Horst Köhler aus Athen zurückgekehrt ist, werde ich ihm diese Personalie über Peters zusenden - damit er weiß, w e r dieser Mann ist, denn schließlich lebte er Jahre in den USA. Hinzufügen werde ich meinen persönlichen Brief an Gerhard Schröder den 20. Juli 1944 und den 20. Juli 2004 sowie Freiherr von Boeselager, von Boddien von dem Bussche und andere unentdeckte Widerstandskämpfer des „Dritten Reiches“ betreffend. Das ganze „abgerundet“ mit dem Artikel „Das vermeintliche Rückgabeverbot“ von Klaus Peter Krause in der Magdeburger Volksstimme vom 31. März 2004 - damit die Beamten des Bundespräsidialamtes, vor allem aber deren Chef, die wahre Bedeutung der gängigen Vokabel „nicht rückgängig zu machen“ lernen, nämlich daß diese ein „Rückgabeverbot“ überhaupt nicht ausschließt! Günter Kleindienst, Journalist * Frankfurter Allgemeine Zeitung, 16. August 1999 Namen & Nachrichten Begegnungen: (Foto) Er ist ein Mann mit festen Prinzipien: Heiko Peters, seines Zeichens Hamburger Kaufmann, dem die Bezeichnung „ehrbarer Kaufmann" noch etwas bedeutet. Ehrbar und mit Anstand will er auch sein politisches Leben führen. Was er damit meint, stellt er seit vier Jahren geradezu plakativ unter Beweis: unter anderem mit großformatigen Anzeigen in überregionalen deutschen Zeitungen. Darin prangert er „die Lüge" der Bundesregierung Helmut Kohl von 1990 an. Diese hatte damals versichert, die in der Sowjetischen Besatzungszone 1945 bis 1949 von den Kommunisten widerrechtlich konfiszierten Vermögenswerte (Fabriken, Gewerbebetriebe, Agrar- und Forstland, Grundstücke, Häuser) dürfe das wiedervereinigte Deutschland nicht zurückgeben; das habe die Sowjetunion für ihre Zustimmung zur Wiedervereinigung zur Bedingung gemacht. Die Behauptung hat sich, wie vielerorts belegt, in der Tat als irreführend erwiesen. Als Peters im November 1994 aus der Zeitung davon erfuhr, ließ ihn das nicht ruhen. Er fühlte sich als Staatsbürger herausgefordert, machte sich weiter kundig und nannte den Vorgang einen „unglaublichen Skandal", den größten politischen Skandal der Bundesrepublik Deutschland, der sogar die Watergate-Affäre unter Nixon in Amerika in den Schatten stelle. Als Vorstandsmitglied der CDU Blankenese versuchte er zunächst, seine eigene Partei aufzurütteln, um dem Unrecht an den Opfern der politischen Verfolgung und Willkür, den sogenannten Alteigentümern, ein Ende zu machen. Peters brachte seinen CDU-Ortsverband hinter sich, ebenso andere Hamburger Ortsverbände, den Kreisverband Altona, den CDU-Landesparteitag Hamburg. Der damalige Vorsitzende der CDU Schleswig-Holsteins, Hennig, schloß sich ihm an, ebenso der Vorsitzende der niedersächsischen Christdemokraten, Wulff. Doch ein echter Durchbruch gelang nicht. Eine wohlklingende Entschließung des CDU-Parteitages 1997 in Leipzig verschwand in der Schublade des Nichtstuns; die CDU-SpitzenIeute wollten nicht und andere Parteien erst recht nicht. Peters schrieb an sämtliche Bundestagsabgeordnete (außer an die der PDS), informierte sie über den wahren Sachverhalt und forderte sie auf, das Unrecht zu beenden. Ohne wirklichen Erfolg: Im Regierungs- wie im Oppositionslager lautete die Losung „Totschweigen". Da begann er mit seiner Anzeigenaktion. Die erste Anzeige erschien im September 1996. Ihr folgten bis heute Hunderte andere: mit auffälligen Überschriften, aber im Text auch mit sachlich zutreffender Information. Manche werfen ihm vor, er agiere und formuliere zu unverblümt, zu polemisch, zu brutal. Er sagt dazu: „Sonst werde ich nicht gehört." Die beharrlich angegriffenen Politiker schäumen, aber sie unternehmen nichts gegen Peters, wohl in dem Wissen, daß er Recht hat. Sie wollen nicht, daß dies auch noch womöglich gerichtlich festgestellt wird. Geld steht Peters hinreichend zur Verfügung. Mit zustimmenden Briefen wurde er geradezu überschwemmt, nach eigenem Bekunden sind es bisher mehr als fünfundzwanzigtausend. Peters, Jahrgang 1941, in Hamburg geboren und aufgewachsen, ist ein großer, stattlicher Mann, rhetorisch begabt, einfallsreich, von schneller Entschlußkraft, ebenso raschem Handeln und zupackender, schnörkelloser Sprache. Lebensstationen: Abitur, Wehrdienst, Reserveoffizier, kaufmännische Lehre, Arbeit je ein Jahr in Hamburg und Stuttgart als Import-Export-Kaufmann. 1968 folgt er dem Ruf des Bruders, gemeinsam das Kaufmannsunternehmen in Hamburg weiterzuführen, das der Großvater 1899 erworben und hochgebracht hatte. Innerhalb von fünf Jahren krempeln die Brüder ihre Firma um zu einem Import-Export-Unternehmen mit angeschlossener Produktion. Peters, der sich auch im Immobiliengeschäft mit Erfolg betätigt, nennt sich heute wirtschaftlich unabhängig. Peters ist für den wirtschaftlichen Erfolg dankbar. Dankbar, sagt er, sei er auch diesem Land, das ihm mit seiner Rechts-, Wirtschafts- und Gesellschaftsordnung den Aufstieg ermöglicht habe. Diese Ordnung möchte er sichern helfen, damit auch die folgenden Generationen solche Möglichkeiten haben. Daher sein Einsatz für die Rechtsstaatlichkeit und gegen den, wie er sagt, schleichenden Sozialismus im Land. Peters fühlt sich zum Protest verpflichtet. Er selbst gehört nicht zu den Opfern der Enteignungen. Für seine Partei ist er lästiger Mahner und Quälgeist, der unermüdlich an Recht, Anstand und Gewissen appelliert. Peters sagt: „Ich bin Laie. Aber Laienspieler haben hin und wieder eine Chance, wenn sie Moral und Anstand auf ihrer Seite haben." kpk. kpk = Dr. Klaus Peter Krause, seinerzeit Ressortleiter Wirtschaft (Berichterstattung), heute, nach seinem Ausscheiden bei der F.A.Z. in den „Ruhestand“, freiberuflich tätig. f.d.R.: Günter Kleindienst, Freier Journalist (DJV), 31275 Lehrte / 16. August 2004
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