Mecklenburg, und denken wir an die
Bodenreform, so von Familie zu Familie.---
Am 15. Mai 1945 Einmarsch des russischen Divisionsstabes,
in der Nacht Alarmierung und Abrücken der Division.
Zwei Tage später Einmarsch der Besatzungstruppe.
In der Nacht Vergewaltigung von 7 Flüchtlingsfrauen,
darunter ein 15jähriges Mädel im Domänenpächterhaus.
Noch in der Nacht Flucht der Frauen nach Schwerin, wo
der Engländer saß.
Erstechung des Försters, etwa 100 m entfernt von
der Försterei. Erst nach etwa 8 Tagen fanden wir
den Förster und gruben ihn ein.
In der selben Nacht wurde der Vorarbeiter der Försterei
mit seiner Frau in den Keller gelockt und erschossen.
Ostarbeiter hatten ihn wohl denunziert.
Ich selbst wurde von der GPU verhaftet, die unter täglichen
Misshandlungen versuchte, mir ein Geständnis abzupressen,
dass ich Waffen vergraben und mit der Gestapo gearbeitet
hätte. Beides war nicht der Fall.
Am 1. Oktober kam der Befehl, das mein Gut gesiedelt
würde. Ich hatte die Verteilung zu machen, 5 Hektar
Land und ¾ Hektar Wald je Familie. Ich bekam
8 Hektar, mit dem Befehl den Siedlern zu helfen.
Am 25. 1. 1946 brachte der Bürgermeister den mündlichen
Befehl, dass ich die Siedlung sofort abzugeben und Mecklenburg
binnen 6 Tagen zu verlassen hätte
R.T.
Anmarsch der Russen am 1. 5. 1945.
Täglich Prügel, fünfmal zur Erschießung
geführt, tägliche Bedrohungen, auch der Frau,
6 Wochen lang Vergewaltigungen. Von Nachbarn wurden
erschossen: A.B. erschossen am 1. 5. 1945, Familie geflüchtet,
v. K., B. Mann und Frau erschossen, v. S., W.: Mann
und Söhne an der Front, die übrige Familie
beging Selbstmord. C. R.: Nach mehrfacher Vergewaltigung
von Frau und Tochter Selbstmord der ganzen Familie.
B. R.: Männliche Familienmitglieder an der Front,
weibliche Selbstmord nach Einmarsch.
Am 4. 9. 1945 wurden an allen Betrieben Anschläge
angebracht mit dem Wortlaut der Enteignung aller Betriebe
über 100 Hektar. Am 30. 9. 1945 wurde der Siedler-Rat
ermächtigt, die Besitzerfamilie zu vertreiben.
Die Familie blieb auf meinem Gut, bis zum 15. 11. 1945.
Am 30. 12. 1945 wollte der NKWD mich verhaften, durch
rechtzeitige Warnung konnte ich fliehen.
K.A.