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Hupertz - 03.09.2001
Schweigen ist die grausamste Lüge! 1

Mecklenburg, und denken wir an die Bodenreform, so von Familie zu Familie.---

Am 15. Mai 1945 Einmarsch des russischen Divisionsstabes, in der Nacht Alarmierung und Abrücken der Division. Zwei Tage später Einmarsch der Besatzungstruppe. In der Nacht Vergewaltigung von 7 Flüchtlingsfrauen, darunter ein 15jähriges Mädel im Domänenpächterhaus. Noch in der Nacht Flucht der Frauen nach Schwerin, wo der Engländer saß.
Erstechung des Försters, etwa 100 m entfernt von der Försterei. Erst nach etwa 8 Tagen fanden wir den Förster und gruben ihn ein.
In der selben Nacht wurde der Vorarbeiter der Försterei mit seiner Frau in den Keller gelockt und erschossen. Ostarbeiter hatten ihn wohl denunziert.
Ich selbst wurde von der GPU verhaftet, die unter täglichen Misshandlungen versuchte, mir ein Geständnis abzupressen, dass ich Waffen vergraben und mit der Gestapo gearbeitet hätte. Beides war nicht der Fall.
Am 1. Oktober kam der Befehl, das mein Gut gesiedelt würde. Ich hatte die Verteilung zu machen, 5 Hektar Land und ¾ Hektar Wald je Familie. Ich bekam 8 Hektar, mit dem Befehl den Siedlern zu helfen.
Am 25. 1. 1946 brachte der Bürgermeister den mündlichen Befehl, dass ich die Siedlung sofort abzugeben und Mecklenburg binnen 6 Tagen zu verlassen hätte
R.T.


Anmarsch der Russen am 1. 5. 1945.
Täglich Prügel, fünfmal zur Erschießung geführt, tägliche Bedrohungen, auch der Frau,
6 Wochen lang Vergewaltigungen. Von Nachbarn wurden erschossen: A.B. erschossen am 1. 5. 1945, Familie geflüchtet, v. K., B. Mann und Frau erschossen, v. S., W.: Mann und Söhne an der Front, die übrige Familie beging Selbstmord. C. R.: Nach mehrfacher Vergewaltigung von Frau und Tochter Selbstmord der ganzen Familie. B. R.: Männliche Familienmitglieder an der Front, weibliche Selbstmord nach Einmarsch.

Am 4. 9. 1945 wurden an allen Betrieben Anschläge angebracht mit dem Wortlaut der Enteignung aller Betriebe über 100 Hektar. Am 30. 9. 1945 wurde der Siedler-Rat ermächtigt, die Besitzerfamilie zu vertreiben.
Die Familie blieb auf meinem Gut, bis zum 15. 11. 1945. Am 30. 12. 1945 wollte der NKWD mich verhaften, durch rechtzeitige Warnung konnte ich fliehen.
K.A.

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