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Hupertz - 03.09.2001
Schweigen ist die grausamste Lüge! 4

Aus eigenem Erleben kann ich nichts berichten, da ich zur Zeit der Besetzung noch Regimentskommandeur bei der Wehrmacht war und mich in schweren Abwehrkämpfen auf der Insel Wollin befand.
Obwohl ich rechtzeitig den Befehl zum sofortigen Aufbruch mit vorbereiteten Treck gab, kam es nicht mehr dazu. Russische Panzer nahmen das Gut.
Unser 16jähriges Dienstmädchen wurde von den Russen zu Tode vergewaltigt, unsere Wirtschafterin nahm sich das Leben, um den fortwährenden Vergewaltigungen zu entgehen. Das gleiche Schicksal erlitten fast alle Frauen.

Meine Frau, Söhne und Schwiegertochter flohen, kehrten nach 14 Tagen zurück. Alle beladenen Treckwagen, Wohnhaus usw. waren restlos ausgeplündert. Meine Frau und mein jüngster Sohn haben dann bis zur Enteignung und Ausweisung unter jämmerlichen Verhältnissen auf dem Gut gearbeitet.

Im Oktober 1945 wurde meiner Frau, die schwer an Typhus erkrankt war, die Enteignung mitgeteilt.
Mein älterter Sohn hat dagegen Protest erhoben, ohne je eine Antwort zu erhalten. Gleichzeitig mit der Enteignung erging der Ausweisungsbefehl.
Meine beiden Söhne schleppten ihre schwerkranke Mutter auf einem Handwagen von Dorf zu Dorf.
Nirgends wurde Aufenthaltserlaubnis erteilt, so dass nur die Flucht nach Berlin zu Verwandten übrig blieb.
K.O.

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