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Hupertz - 19.08.2001
Verschleppt bei Nacht und Nebel

An die Ostsee-Zeitung Rostock, via e-mail 20. 08. 01

Mit Interesse habe ich den bei Ihnen veröffentlichten Beitrag von Martin Holz "Verschleppt bei Nacht und Nebel" in der Wochenendausgabe vom 18./19. August 01 gelesen.

Den Inhalt empfinde ich beleidigend. Es wäre schon unglaublich wenn dies so stehen bleiben soll. Scheinbar soll hier eine Tatsachenfälschung vorgenommen werden. Auch wenn Sie den guten Zweck eines wissenschaftlichen Projekts unterstützen möchten, müsste Ihnen auffallen, dass sie bisher keine zeitgeschichtliche Dokumentation über die wirklichen Zustände in der Bodenreform veröffentlicht haben.
Zeitzeugen und Originaldokumente, die Urteile zu den Verhaftungen mit den Begründungen. Die Namen der heute juristisch abgeurteilten kriminellen Enteignungsbanden, die sich auch aus ehemaligen SS-Leuten in der Bodenreform, gerade für die Kreise Franzburg-Barth später Stralsund hervor taten und teilweise diese Höfe für sich und nachweislich! dann mit angeschlossenen Schieberbanden leer räumten, welches der gute Herr Warnke, später als Minister für M-V tätig absegnete, könnte ich vorlegen.
Übrigens wurde Marschall der Sowjetunion W. Sokolowski in Berlin angeschrieben wegen dieser Enteignungsungehörigkeiten und sofort wurde eine sowjetische Arbeitsgruppe aus Schwerin in Pütte vorstellig; die sich klar von diesen rein deutschen Maßnahmen distanzierte, weil sie nicht und in keiner Weise dies angeordnet hatten und somit nicht helfen konnten, - und das im Auftrage von Marschall der Sowjetunion W. Sokolowski, Berlin ausgeprochen!
Sie bräuchten auch nur einmal einen Blick in die alten Zeitungen von 1947 werfen, Landes Zeitung Nr. 285 v. 16.12.47 "Der Fall Krüger", oder Landeszeitung Nr. 101, 2. Jahrg, v. 1. Mai 1946 "Mit Banditen wird aufgeräumt" dort steht auch genug, - so für den Anfang von hier genug.
Im Landesarchiv Schwerin Schloß, liegen genug Einzelfallakten (Original) zu den Bodenreformenteignungen.

Mit Nachdruck protestiere ich hier öffentlich, dass hier die Unwahrheit verbreitet wird, die Sowjets hätten diese Bodenreformenteignungsgrausamkeiten und Unrecht welches in der Bodenreform von der deutschen Seite praktiziert wurde, befohlen!!!

Ganz klar werden hier die SMAD-Befehle, die die Grundlage zu den Enteignungen war, von Ihnen weggelassen.
Es kann nicht sein das die Bodenreform nur einen Fehler hatte, die Enteigneten wären leider in Viehwagen durch Mitteldeutschland transportiert worden. Unglaublich dieser Beitrag!

Ich habe Ihren Beitrag "Verschleppt bei Nacht und Nebel" im Internet auf den Bodenreform-Opfer-Seiten eingestellt und bitte nachträglich um Ihre verehrte Erlaubnis. Gleichzeitig möchte ich Herrn Holz behilflich sein bei der Wahrheitsfindung und hoffe, dass wissenschaftlich auch Wahrheit sein kann.

Mit freundlichen Grüßen,

Wolfgang Hupertz
Oldendorpstr. 19
18059 Rostock

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