|
Herr Schmidt, Tamm
schrieb an Frau Merkl unter dem Tenor:
Schill hat die Wähler und ihre Probleme ernst genommen
Frau Dr. Angela Merkel antwortete Herrn Schmidt am 12.10.(Referent
Robert Maier)
Herr Dr. Jur. Udo Madaus, Köln schreibt am 31. Oktober 2001
an
Herrn Friedrich Merz MdB persönlich
Fraktionsvorstand der CDU
und an
Herrn Dr. Jürgern Rüttgers MdB persönlich -
CDU Nordrhein Westfalen
zu diesem Antwortschreiben von Frau Merkel an Herrn Schmidt
mit folgendem Wortlaut:
Sehr geehrter Herr Merz,
sehr geehrter Herr Dr. Rüttgers,
als Anlage füge ich einen Brief der Vorsitzenden der CDU (Referent)
bei, der geradezu unglaublich ist. Wie Sie selbst erkennen werden, enthält
er all die alten Unwahrheiten über die Anerkennung der Konfiskationen/Enteignungen
zwischen 1945 1949, die die ehemalige Kohlregierung aufgebaut
hat, um das Volkseigentum zu Lasten der Betroffenen zu vereinnahmen.
Merkel/Maier schreibt:
Dazu bleibt anzumerken, dass die Bodenreform Unrecht war und ist.
Kommentar:
Die CDU soll endlich aufhören, scheinheilig immer wieder das Unrecht
zu erwähnen, ohne etwas zu tun, um das Unrecht zu beseitigen. Dies
ist nur dann möglich, wenn vorher die Wahrheit auf den Tisch
kommt. Aber, wie es 1990 zur Anerkennung dieses Unrechts kam, darum
bemüht sich die CDU in keinster Weise.
Merkel/Maier schreibt:
Anzunehmen ist die Unmöglichkeit, Recht zu schaffen, indem
altes durch neues Unrecht ersetzt wird.
Kommentar:
Wann geht die CDU endlich von dieser Unwahrheit ab ?
Die Verbände (und ich) verwahren sich gegen diese Art der indirekten
Beschuldigungen, irgendjemanden in den neuen Ländern etwas wegnehmen
zu wollen, der gutgläubig etwas erworben hat.
Bitte sorgen Sie dafür, sehr geehrter Herr Merz, Herr Dr. Rüttgers,
dass dieser Unsinn aufhört !
Merkel/Maier schreibt:
Ein erneutes Infragestellen gesetzter Rechtsnormen wäre für
die Glaubwürdigkeit und das Vertrauen in den Rechtsstaat von verhängnisvoller
Wirkung.
Kommentar:
Hier befleißigen sich die Schreiber einer Verdrehung der Tatsachen
bzw. der historischen Wahrheit.
Die Glaubwürdigkeit und das Vertrauen in den Rechtsstaat ist nachweislich
durch Falschaussagen der Regierungsvertreter vor dem Parlament und dem
Verfassungsgericht in Mißkredit geraten.
Die Glaubwürdigkeit und das Vertrauen muss die CDU in Bezug auf
die Wahrheit um die Vorgänge herbeiführen, die zu der Nichtrückgabe
der konfiszierten Vermögenswerte führen.
Merkel/Maier schreibt:
In mehreren parlamentarischen und rechtsstaatlichen Verfahren
wurde über die Anerkennung der Bodenreform entschieden.
Kommentar:
Neben der Bodenreform wurde das gesamte mittelständische Unternehmertum
und Tausende von privaten Vermögenswerten enteignet.
Die Restitution dieser Vermögenswerte wurde aus verfassungsrechtlichen
Gründen ausgeschlossen (wegen des höherwertigen Gutes der
Wiedervereinigung) weil die Wiedervereinigung sonst nicht zu erreichen
gewesen wäre.
Und das stimmt nicht !
Merkel/Maier schreibt:
Die Sowjetunion und die DDR haben 1990 von Anfang an sowohl bei
dem 2+4 Abkommen als auch beim Einigungsvertrag mit allem Nachdruck
auf der Unumkehrbarkeit der Enteignungen bestanden.
Kommentar:
Das ist glatt gelogen ! Sie, geehrter Herr Merz, Herr Dr. Rüttgers,
wissen das genau so gut wie ich.
Die Sowjet-Union hat die Wiedervereinigung von keinerlei Bedingung abhängig
gemacht (s.o.) und die DDR-Volkskammer faßte ohne Vorbehalt mit
großer Mehrheit den Beschluß der Bundesrepublik gem. Art.
23 GG beizutreten.
Merkel/Maier schreibt:
Die sowjetische Seite hat die Aufrechterhaltung der Enteignungen
bei den 2+4 Verhandlungen zur Vorbedingung gemacht, was von der russischen
Staatsregierung bestätigt wurde.
Kommentar:
Auch das stimmt nicht.
Die Antwort wird eines Tages aus Russland kommen. Nicht nur Gorbatschow
(3x) sondern auch Schewardnadse und der Führungsstab um die damalige
sowjetruss. Regierung haben einer Bedingung/Vorbedingung für die
Wiedervereinigung widersprochen bzw. sie geradezu als absurd erklärt.
Merkel/Maier schreibt:
Zu erinnern ist auch daran, dass die bundesdeutsche Seite damals
in der Gemeinsamen Erklärung nur den Begriff Ausgleichsleistungen
nicht Entschädigungen durchsetzen konnte.
Kommentar:
Das ist der Gipfel der Unwahrheit und Dummheit !
Denn Herr Schäuble rühmt sich selbst in seinem Buch Der
Vertrag (S.255/256) in letzter Minute diese Änderung herbeigeführt
und somit seinem Finanzminister-Freund Waigel Milliarden gespart
zu haben.
Sehr geehrter Herr Merz,, Herr Dr. Rüttgers mit solchen Briefen
wird das Ansehen Ihrer Partei ständig geschädigt.
Merkel/Maier schreibt:
Insofern bleibt nur die geringe Hoffnung, im Rahmen der obigen
Ausführungen vielleicht zu etwas mehr Verständnis für
die Haltung und Überzeugung einer deutlichen überparteilichen
Mehrheit des Deutschen Bundestages beizutragen.
Kommentar:
Das Gegenteil hat Merkel/Maier mit dem Brief erreicht.
Auch das Parlament ist inzwischen klüger geworden.
Die Dimension des Unrechts und der Unwahrheit um die Vorgänge der
Anerkennung der Konfiskationen/Enteignungen zwischen 1945-1949 ist zu
groß, um mit solch unqualifizierten Briefen unter den Teppich
gekehrt zu werden.
Insofern bleibt nicht einmal eine geringe Hoffnung, dass die CDU bei
der nächsten Wahl gewinnt.
Sehr geehrter Herr Merz, Herr Dr. Rüttgers
ich bitte Sie im Interesse und Ansehen Ihrer Partei und damit unseres
Rechtsstaates
deutlich von diesem Brief Abstand zu nehmen.
In der Hoffnung von Ihnen zu hören verbleibe ich
mit bestem Gruß
gez.
U. Madaus
|