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| Dr. Udo Madaus - 22.05.2003 |
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Dr. Udo Madaus, Köln Antwort an Dr. Wolfgang Schäuble (Brief vom 19. Mai 2003) Köln, den 22. Mai 2003 Sehr geehrter Herr Dr. Schäuble, besten Dank für Ihre Antwort auf meine Ausführungen vom 14. Mai 2003. Ich möchte mir erlauben, nur einige Punkte hervorzuheben und zu Ihrer Meinung meine Entgegnung bringen. Für mich wirkt ermüdend das gebetsmühlenartig vorgebrachte Argument der ehemaligen Bundesregierung, die UdSSR und DDR hätten die Wiedervereinigung von der Nichtrückgabe der zwischen 1945 1949 konfiszierten Vermögenswerte zur Bedingung gemacht. Ich möchte auch hinzufügen, dass es mir nicht um verknöcherte Besitzstandswahrung oder ähnliches geht, sondern lediglich darum, was in einem Rechtsstaat geschehen darf oder nicht geschehen darf. Es ist für mich völlig neu, dass Sie Ihre Verdienste um die Wiedervereinigung so gering einstufen, da Sie an den Verhandlungen zur Ausarbeitung der Gemeinsamen Erklärung vom 15. Juni 1990 nicht unmittelbar beteiligt waren. Für letztere (gemeinsame Erklärung, d.Verf..) war das Justizministerium zuständig und sie wurde im Zusammenhang mit dem Staatsvertrag über die Wirtschafts-, Währungs- und Sozialunion getroffen, für die der Finanzminister federführend war.
1.03.1990 20.03.1990 27.04.1990 25.05.1990 29.05.1990 8.06.1990 14.06.1990 Sie rechtfertigen sich quasi damit, dass ohne Übernahme der gemeinsamen Erklärung für die nicht Sie, sondern das Justizministerium zuständig war in den Einigungsvertrag für den Sie allerdings als Innenminister die Zuständigkeit hatten die Wiedervereinigung nicht möglich gewesen wäre. Hiernach müsste allerdings die Geschichte der Wiedervereinigung und damit die Geschichte Ihrer Verdienste umgeschrieben werden. Ich bitte Sie, Ihren beiden Koautoren Dirk Koch und Klaus Wirtgen die Umschreibung des Vorwortes in Auftrag zu geben, denn Sie schreiben: Das Ziel dieser Darstellung (Der Vertrag) ist: Hier soll einer der Hauptakteure der Deutschen Einigung zu Wort kommen, der eigentliche Vollstrecker, der Manager der Einheit. Wohl ist es so, dass Kanzler Kohl die Vorgaben lieferte, sich im Kaukasus bei Michail Gorbatschow das Plazet abholte, dass ohne Hilfe von Experten die Wirtschafts-, Währungs- und Sozialunion nicht so schnell zustande gekommen wäre. Es gab jedoch einen, der das Drehbuch schrieb: Wolfgang Schäuble, als Innenminister zuständig für einen Beitritt der DDR zur Bundesrepublik gemäß Artikel 23 des Grundgesetzes. Er war es, der sich mit ungewöhnlichem Einsatz in die komplizierten Details der unterschiedlichen Rechts- und Gesellschaftsordnungen einarbeitete; er setzte seine Fachleute auf die Suche nach Lösungen an, probte den Konsens mit der Opposition. Sogar dann, wenn andere ihm ins Handwerk pfuschten- siehe Wahlrecht, siehe Wahltermin -, forschte er nach Auswegen und fand sie. Mit bestem Gruß und Dank, falls Sie mir antworten, gez. Unterschrift
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