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"Wir haben nicht gewollt, daß über die Rente jemand bestraft wird.
Die Politik kann mit diesem Urteil leben." Dass die Opfer des DDR-Unrechtsregimes
im 10. Jahr der Einheit weiterhin über die Rente bestraft werden, diesmal
vom Rechtsstaat, sollte im Zusammen-hang mit dieser großzügigen Aussage
kein Tabu sein, schon gar nicht für den Parlamentari-schen Geschäftsführer
der CDU-Bundestagsfraktion. Der Bundestagsfraktion, die in der 12. und
13. Legislaturperiode aus fiskalischen Erwägungen einer umfassenden
Novellierung der SED-Unrechtsbereinigungsgesetze die Zustimmung versagte.
"Wir brauchen dringend Nachbesserungen bei den Opferrenten" - Lippenbekenntnisse,
an die Opfer am allerwenigsten glauben können, angesichts der juristischen
und politischen Realitäten im Rechtsstaat Bundesrepublik Deutschland.
Das Plenarprotokoll 13/86, ein Wortprotokoll, offenbart mehr als jede
wohlgemeinte Sonntagsrede für den in Kürze wieder benötigten Wähler,
wie ernst dieser Wille zur Nachbesserung zu nehmen ist.
Dem Bundestagsabgeordneten, Herrn Manfred Grund, sei bei allem Verständnis
für die Vorrangigkeit des inneren Frieden im vereinten Deutschland,
ein Exkurs in die jüngste deutsche Vergangenheit empfohlen.
Die Verfolgung von Minderheiten, der fehlende Wille zur Aufarbeitung
und Wiedergutma-chung der eklatanten Menschenrechtsverletzungen in Ost-Deutschland,
wird die Deutschen immer wieder einholen und die Gesellschaft spalten.
Der gegenwärtige Schein-Rechtsfrieden auf Kosten der Opfer wird die
Innere Einheit Deutschlands weiter verhindern. Geschichte lässt sich
nun mal nicht totschweigen; am allerwenigsten, wenn Politiker ihre persönliche
Verantwortung für die politische und gesellschaftliche Gegenwart bedingungs-los
der Parteidisziplin unterordnen - und den Mut zur Offenheit, das Bekennen
von unbe-quemen Wahrheiten vermissen lassen. "Expresis verbis - niemand
muss sich entschuldigen für seine Meinung!"
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