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Leserbrief von Claudia May
Thüringer Landeszeitung vom 5. April 2000
"Akten für politische Aufklärung nutzen"
 
 

Erdrückend die Tatsache, dass auf Beschluss der Regierung von Kanzler Helmut Kohl (CDU) - noch vor der Wiedervereinigung - die Stasi-Abhörprotokolle west-deutscher Politiker vernichtet worden sind und dass die HVA-Agentendatei vom CIA unter dem Decknamen "Rosenholz" zehn Jahre der regulären Aufarbeitung der BRD/DDR-Vergangenheit entzogen werden konnte - die Pharisäer fürchten die Wahrheit!

Bürgerrechtler sicherten in der Wendephase die STASI-Zentralen. Dennoch konnte während dieser Zeit so wichtiges Material vernichtet und außer Landes geschafft werden? Wer hat hier wem Hilfe geleistet? Denn der vorauseilende Gehorsam gegenüber der Obrigkeit befand sich zumindest 1989/90 in der Agonie, um erst danach in schönster Blüte wieder aufzuerstehen.

Im Jahre 2000 plädieren Teile der Bürgerrechtsbewegung, ungeachtet der CDU-Spendenaffäre und offensichtlicher Ost/Westverstrickungen von BRD-Politikern für die Schonung des Einheitskanzlers und seiner Eliten?
Aufarbeitung der DDR/BRD-Vergangenheit, von wenigen DDR-Verfolgten schon seit langem erkannt, seit der "Wende" die pure Heuchelei auf Kosten der einfälti-gen Ossis oder der verteufelten PDS!

Schonungslose Aufklärung tut mehr als Not, auch in den sogenannten etablierten Parteien, damit die Selbstgefälligkeit und Scheinheiligkeit der "rechtsstaatlichen" Vertreter dieses Landes endlich ein Ende haben möge.
Die dunkle Seite der Deutschlandmedaille, das kriminelle und zerstörerische Poten-tial der Ost/West-Vereinigungseliten ist endlich, auch mit den Mitteln der STASI-Abhörprotokolle, aufzuklären und schonungslos zu ahnden.
Offenbarung, von vielen so gefürchtet, ist der einzige Weg zur Auferstehung und zu wahrem Leben!

Mit freundlichen Grüßen
Claudia May
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