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| Offener Brief von Claudia May |
| Rentenrechtlicher Ausgleich für DDR-Opfer | |
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Claudia May, Erfurt Offener Brief Herrn Rentenrechtlicher Ausgleich für DDR-Opfer Sehr geehrter Herr Ramelow, für die Übersendung Ihres hervorragenden Redebeitrages aus der letzten Plenarsit-zung zur Rentenproblematik für DDR-Opfer, darf ich Ihnen ganz herzlich danken. Ich wünschte, die CDU hätte nur ein einziges Mal so klar Position bezogen und auch die entsprechenden Taten folgen lassen. Selbst Frau Vera Lengsfeld musste in der Sendung ZDF-Drehscheibe am 3. Februar 1999 eingestehen, dass die CDU zuwenig für die Opfer getan und ... politisch gravierende Fehler ... gemacht habe. Gleichwohl dieses öffentliche Eingeständnis bei den regierenden Politikern im Freistaat Thüringen bis zum heutigen Tag kein h a n d e l n d e s und tatsächliches Umdenken bewirkte. Im Gegenteil, die politisch motivierte Gewalt gegen anerkannte DDR-Opfer erlebt gegenwärtig eine ungeahnte Renaissance und die bekommen wir ausschließlich von den CDU-Verantwortlichen tagtäglich massivst zu spüren. Die Justiz und die Politik des Rechtsstaates haben in 11 Jahren der Wiederver-einigung Deutschlands wieder bewusst versagt und deshalb hat die PDS jetzt geradezu ein moralisches und ethisches Recht, die Verpflichtung des Rechtsstaates gemäß den Artikeln 17 und 18 des Einigungsvertrages gegenüber den DDR-Opfern einzufordern. Im Weiteren muss die Umsetzung und Einhaltung der gesetzlichen Vorschriften des Vermögensgesetzes gerade unter der Prämisse vorliegender Rehabilitierungsbe-scheinigungen dringenst auf den Prüfstand. Die willkürlichen Fehlentscheidungen der Landesämter zur Regelung offner Vermögensfragen und die jahrelange ge-richtliche und finanzielle Inanspruchnahme von SBZ- und DDR-Opfern, die Versa-gung des Rechtsanspruches durch die deutsche Justiz und Politik sind in Bezug auf die jüngst ergangenen Urteile des Verwaltungsgerichtes Weimar Az.: 5 K 748/93.We und des Kammergerichts Berlin Az. 30 O 37900 von besonderer Bedeutung. Vom Begriff SED-Unrecht haben wir uns insofern distanziert, dass von DDR-Unrecht, an dem die ehem. Blockparteien auch die CDU genauso beteiligt waren, gesprochen werden muss. Denn unser Vater wurde von den eigenen CDU-Blockparteifreunden in der DDR wegen seiner aufrechten Haltung und Gesinnung aus der Partei ausgeschlossen. Es war also nicht die SED, sondern die CDU-Blockpartei der DDR, die entscheidend zur Verfolgung und Zerstörung unserer Familie und unseres Lebens beigetragen hat. Auch der Nur-Freikauf unseres Vaters und die Auslieferung der Restfamilie an das DDR-Regime geht auf das Konto der CDU. Auch unsere gegenwärtige Situation, die repressiven staatlichen Maßnahmen des Vermögensentzuges, die mit der rechtswidrigen Rückübertragung am 13. September 1991 eingeleitete, gezielte Verhinderung und Zerstörung meiner selbstständigen Erwerbstätigkeit und jetzt vorgesehene Zwangsräumung müssen wir ausschließlich der CDU anlasten. Denn es sind wieder nur die CDU´ler in den Ämtern und politischen Positionen, die gegen uns gemeinschaftlich erneut seit nunmehr wieder 11 Jahren agieren und es ist u.a. auch der Personenkreis, der bereits hervorragend im DDR-System etabliert war und von der West-CDU ungeachtet der DDR Karierre mit offenen Armen aufgenommen wurde. Aufarbeitung und Vergangenheitsbewältigung ist bei der CDU mehr als dringendst angesagt.; die Zeiten der demagogischen Ablenkungsmanöver und der Gebrauch von Klassenkampfparolen zur Ablenkung von den eigenen fortgesetzten menschen-feindlichen Handlungen gegen anerkannte DDR-Opfer sind vorbei. Ihrer Meinung und Haltung zur Ehrenpension stimmen wir in allen Punkten zu Auschwitz ist das Schrecklichste, was Deutsche jemals Menschen antun konnten. Darüber hinaus beinhaltet der von der CDU-Bundestagsfraktion durch Herrn Nooke eingebrachte Entwurf eines 3. Unrechtsbereinigungsgesetzes gravierende Mängel und neue Ungerechtigkeiten. Grundsätzlich ist die entsprechende Zuerkennung von Rentenentgeltpunkten analog der gesetzlichen Regelung des Bundesentschädigungsgesetzes zum Ausgleich nicht gewährter Ausbildung und vorenthaltener Berufschancen in Verbindung mit den zuerkannten Rehabilitierungszeiten eine wirklich akzeptable und gerechte Lösung. Darüber hinaus gilt nach unserem Dafürhalten auch für DDR-Opfer, über den erst jetzt bekanntgewordenen Verdacht einer abgegebenen IM-Verpflichtungserklärung, der Zugehörigkeit zum ehem. MfS-Wachregiment, einer ehem. Tätigkeit in der Akademie der Wissenschaften nicht nur hinwegzusehen und sogar die Opferberatung diesen Personen zu überlassen. Dass derart umstrittene Opfer und Bürgerrechtler das uneingeschränkte Vertrauen und die Unterstützung der CDU und der Thüringer Landesregierung genießen, während die ehem. Landtagsabgeordnete, Frau Almut Beck, gegen den Entzug des Landtagsmandats Rechtsmittel einlegen musste, ist nicht vertretbar und sollte deshalb auch offen angesprochen werden. Wir können Sie, sehr geehrter Herr Ramelow, und die PDS-Fraktion in ihrer bundesweit und einmalig beachtlichen Initiative nur bestärken. Nennen Sie die Sachverhalte und Zusammenhänge, die in diesem deutschen Rechtsstaat weiterhin verschwiegen werden sollen und zu Lasten der Betroffenen, des Bürgers gehen, selbst gegen ungebührliche Zwischenrufe im Thüringer Parlament immer wieder beim Namen. Mit herzlichen Grüßen gez. Unterschrift Ihre Geschwister |
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| Claudia May |
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