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Titel : Politische Strafjustiz in der Ära Ulbricht.


2. überarb. Aufl., 404 S., Broschur
Anhand beispielhafter Justizgeschichten wird in diesem Band der »Produktionsprozeß« politischer Strafurteile in der frühen DDR offengelegt. Die dafür ausgewerteten Quellen erlauben einen detaillierten Blick hinter die Kulissen einer Justiz, in der die Richter zu Zeremonienmeistern für Urteile wurden, die längst vom Politbüro der SED oder nachrangigen Ebenen des Parteiapparates gefällt worden waren. Der Autor belegt diese Praktiken u.a. an den Waldheimer Prozessen des Jahres 1950, am Beitrag der Justiz zur Zwangskollektivierung 1952/53 und 1969/61, an der Steuerung der Rechtssprechung nach dem 17. Juni 1953 sowie an der Justizpraxis nach dem Mauerbau am 13. August 1961 und an der strafrechtlichen Reaktion auf Proteste gegen den Einmarsch in die CSSR 1968.
Zugleich vermittelt der Band Einblicke in die Methoden, mit denen Richter und sonstige Justizfunktionäre für diese - das Recht brechende - Praxis abgerichtet wurden. Das Ergebnis war eine Scheinjustiz, die auf jeder Ebene des Verfahrens - von der Anklageerhebung über den Eröffnungsbeschluß bis zum Urteil und gegebenenfalls einer Urteilskorrektur - der Kontrolle und dem Eingriff der SED unterlag.

Von Falco Werkentin
Verlag Links Vlg., Berlin
ISBN 386153150X
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