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Abgeordnete CDU/CSU u. FDP stimmen 1990 gegen Festschreibung der Bodenreform

Auszug aus den Bundestagsdebatten vom 5.9.90 und 20.9.90

Erklärung der Abgeordneten

von Schmude,
Dr. Olderog,
Engelsberger,
Dörflinger,
Kroll-Schlüter,
Würzbach,
Eigen,
Hedrich,
Harries,
Schulze(Berlin),
Lattmann,
Wilz,
Dr.-Ing. Kansy,
Maaß,
Dr. von Wartenberg,
Kossendey,
Graf von Waldburg-Zeil,
Nelle,
Dr. Wulff,
Freiherr Heeremann von Zuydtwyck,
Frau Dempwolf
Dr. Sprung,
Frau Hoffmann(Soltau),
Dr. Müller,
Dr. Köhler(Wolfsbg.),
Frau Fischer,
Freiherr von Schorlemer,
Clemens,
Eylmann,
Dr.Warrikoff,
Dr. Meyer zu Bentrup,
Hornung,
Krey,
Spranger,
Dr. Stercken,
Dr. Unland,
Zeitlmann,
Tillmann,
Gerstein,
Link(Diepholz)
Dr. Vondran,
Dr. Dollinger,
Dr. Jenninger,
Dr. Mahlo,
Müller(Wadern),
Bayha,
Brunner,
Schartz(Trier),
Susset,
Michels,
Frau Geiger,
Lintner,
Lummer,
Glos,
Gröbl,
Dr. Grünewald,
Rossmanith,
Regensburger,
Lowack,
Hinsken,
Dr. Voigt(Nordheim)
Borchert,
Dr. Schroeder(Freiburg),
Zierer,
Rauen,
Sauer(Salzgitter),
Dr. Schneider (Nürnberg)
(alle CDU/CSU): Die im Einigungsvertrag vorgesehene Aufnahme eines neuen Art. 143 Abs. 3 in das Grundgesetz sowie die damit verbundene Anerkennung der sogenannten Bodenreform lehnen wir ab. Da nur über den Einigungsvertrag als Ganzes abgestimmt wird und wir nicht durch ein negatives Stimmverhalten die Wiederherstellung der Einheit Deutschlands gefährden wollen, geben wir diese Erklärung zu Protokoll:
Unser Grundgesetz garantiert in Art. 14 den Schutz des Eigentums: "Eine Enteignung ist nur zum Wohle der Allgemeinheit zulässig. Sie darf nur durch Gesetz oder auf Grund eines Gesetzes erfolgen, das Art und Ausmaß der Entschädigung regelt." Durch die Aufnahme des Art. 143 Abs. 3 in das Grundgesetz und durch Art. 41 des Einigungsvertrages in Verbindung mit der gemeinsamen Erklärung der beiden Regierungen der Bundesrepublik Deutschland und der Deutschen Demokratischen Republik wird ein Grundrecht in seinem Wesensgehalt angetastet. Die unterschiedliche Behandlung von Geschädigten während der Zeiträume 1945 bis 1949 und 1950 bis dato verstößt auch gegen das Gleichheitsgebot. (Art. 3 GG) usw.

 

Erklärung der Abgeordneten FDP

Gattermann,
Dr. Solms,
Heinrich,
Dr. Thomae,
Neuhausen,
Seiler-Albring,
Würfel,
Folz-Steinacker,
Dr. Wang,
Paitner, Grüner,
Bredhorn,
Gallus,
Grünbeck,
Dr. Hitschler,
Kleinert(Han.),
Cronenberg(Arnsbg.),
Beckmann,
Ronneburger,
Zywwietz,
Kohn,
Timm,
Dr. Ing. Laermann,
Nolting,
Richter,
Rind,
Lüder,
Dr. Hoyer,
Dr. Segall,
Irmer,
Grie,
Dr. Feldmann (alle FDP):
Die FDP ist als Rechtsstaatspartei den Grundrechten, also auch der Eigentumsgarantie verpflichtet. Deshalb können wir die getroffenen Regelungen für die Enteignungen der Jahre 1945 bis 1949 auf dem Gebiet der DDR als Festschreibung von Unrecht nicht unkorrigiert hinnehmen. usw.

 

 

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