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Das Polit-Magazin "Monitor" geht zum 500. Mal auf Sendung
von Ulrich Clauss
(Auszug)
Auf Casdorff folgte mit Klaus Bednarz (1983 bis 2001) ein weiteres Urgestein
des deutschen Fernsehjournalismus auf dem Stuhl des "Monitor"-Moderators
und Redaktionsleiters . Auch Bednarz war eine Trockenheit im Ausdruck
gegeben, die selbst Ertrinkende noch nach Wasser flehen ließ.
Auch wenn das Florett immer öfter gegen die Dampframme eingetauscht
wurde.
Sein mitunter überengagiert wirkendes (berufs-)politisches Selbstverständnis,
ein langer - wie man heute sagen muss letztlich vergeblicher - Kampf
gegen 16 Jahre Kohlregierung ließ "Monitor", wie andere
auch, in einer gewissen Verbissenheit erstarren.
Man wusste allzu oft, was kam, wenn nur das Thema anmoderiert wurde.
"Monitor" bediente Fans und Gegner höchst verlässlich
bis zur gelegentlichen Langweile.
Die Rohre der "kritischen" Monitor-Intelligenz schienen wie
seit Urzeiten in die gleiche Richtung eingeschossen, die Flugbahnen
der Skandalbotschaften allzu berechenbar.
Nur langsam fand "Monitor" nach dem Regierungswechsel 1998
aus den politischen Gräben,
in die sich die Redaktion oftmals tatsächlich hatte flüchten
müssen,
wenn der politische Gegner seinerseits mit Kanonen auf die immer wieder
mal rotzfrechen Kölner Sperlinge geschossen hatte.
Über ein Vierteljahrhundert sollte es dauern, bis mit der gestandenen
Nachrichtenfrau Sonja Mikich das weibliche Element fester Bestandteil
der Präsentation von "Monitor" wurde. In ihrer Ära
wird das Problem zu lösen sein, zu Zeiten immer unschärfer
werdender politischer Frontenverläufe und dem Abschied von bundesrepublikanischer
Wohlstandsgewissheit ein Ethos hochzuhalten, das "Monitor"
in seinen besten Zeiten für viele Kollegen zum Vorbild und für
die Zuschauer zur Fernsehlegende werden ließ: Erst die Sache,
dann die Gesinnung.
Artikel erschienen am 13. Mär 2003
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