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Kommentar Von Uwe Müller
Die Treuhand-Anstalt und ihre Nachfolgebehörde BvS sind Geschichte.
Beide Organisationen hatten eine einzigartige Aufgabe zu bewältigen.
Noch nie zuvor musste binnen kurzer Zeit eine komplette Volkswirtschaft
- die der DDR - privatisiert werden. Doch auch wenn die operative Arbeit
zum Jahresende eingestellt wird, bleibt ein Erbe zurück. Die Umwandlung
der Plan- in die Marktwirtschaft hinterlässt einen Schuldenberg von
rund 225 Milliarden Mark. Demgegenüber war zu Beginn der Arbeit mit
einem Plus von 600 Milliarden Mark gerechnet worden.
Doch das ist nicht der einzige Negativposten in der Bilanz der einst
größten Staatsholding der Welt. Elf Jahre Treuhand stellen kein Ruhmesblatt
dar. Ob nun Energiewirtschaft, Medienbranche oder Schiffbau - die Liste
der strukturpolitisch fragwürdigen Entscheidungen ist lang. Statt mehr
Wettbewerb wurde bestehende Marktmacht häufig noch konzentriert, die
Arbeitsplatzeffekte dabei waren eher gering. Zudem versickerten Subventionen
in dunklen Kanälen, während anderswo die Mittel für Zukunftsinvestitionen
fehlten. Auch wenn es für den Privatisierungsmarathon kein Vorbild gab,
ist die Tätigkeit der Behörde kein Lehrstück: Selten wurde so viel Geld
vernichtet. Nur gut, dass die Pforten jetzt endgültig geschlossen werden.
Den Autor erreichen Sie unter: uwemueller@welt.de
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