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Angehäufte Schulden fallen niedriger aus als erwartetBerlin - Die angehäuften
Schulden der Treuhand und ihrer Rechtsnachfolgerinnen fallen niedriger
aus als erwartet. Die Bundesanstalt für vereinigungsbedingte Sonderaufgaben
(BvS) dürfte die Privatisierung und Liquidation der maroden Ost-Unternehmen
mit einem Minus von rund 230 Mrd. DM abschließen. Bislang wurde ein
Betrag von etwa 254 Mrd. DM veranschlagt.Der Vorsitzende des BvS-Verwaltungsrats,
Manfred Schüler, begründete dies am Donnerstag in Berlin da mit, dass
die BvS die für sie veranschlagten Mittel (30 Mrd. DM) nicht in Anspruch
genommen habe. Trotz aller Kritik an der Behörde zogen Schüler und der
scheidende BvS-Präsident Günter Himstedt eine positive Bilanz. Nur noch
eine Privatisierung (Chemiepark Bitterfeld) stehe auf der Agenda. Zum
Stichtag 30 Juni seien nahezu 90 Prozent der 45 000 Verträge erledigt.
Am Jahresende werden voraussichtlich noch 3000 laufende Privatisierungsverträge
zu überwachen sein, die dann eine !
Tochter der bundeseigenen Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) übernimmt.
Die BvS bleibt ab dem kommenden Jahr nur noch als Rechtsträger mit Präsident
und Verwaltungsrat bestehen. Über das endgültige Ende der Behörde entscheiden
die Parlamente in Bund und Ländern. Schüler geht aber nicht davon aus,
dass noch in dieser Legislaturperiode ein Gesetz beschlossen wird.Als
weitere Positiv-Posten der BvS-Bilanz führte Schüler die eingehaltenen
Verpflichtungen der Vertragspartner zu Arbeitsplatz- und Investitions
zusagen an, die mit acht und mehr als 20 Prozent übererfüllt worden
seien. Sorge bereiteten indes noch 28 anhängige Verfahren über öffentliche
Beihilfen, für die die EU-Kommission noch keine Genehmigung erteilt
hat. Einschließlich der Raffinerie Leuna seien 4000 Arbeitsplätze in
der ostdeutschen Industrie betroffen. Der Prüfung der EU bei den Gröditzer
Stahlwerken sehe man indes gelassen entgegen. Vor einem Jahr hatte die
Kommission eine Rückzahlung von 240 Mio. DM an staatlichen Beihilfen
gefordert. ph
DIE WELT Online
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