Staatshehlerei Enteignungen
Presse
Leserbrief zu: "Deutsche Unrechtswirklichkeit", F.A.Z. vom 14.08.2000

Karin Rohde

Frankfurter Allgemeine
Zeitung Abt. Leserbriefe
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Zu: "Deutsche Unrechtswirklichkeit", F.A.Z. vom 14.08.2000

Am Schicksal unserer Familie möchte ich Ihnen einmal schildern, wie diese deutsche Unrechtswirklichkeit aussieht.
Mein Vater ist im November 1945 von einem sowjetischen Militärtribunal zum Tode durch Erschießen verurteilt worden. Mit dem Urteil wurde gleichzeitig die Einziehung seines Eigentums angeordnet.
Vierzehn Tage später wurde er, nachdem er auf Befehl sein eigenes Grab ausgehoben hatte, hingerichtet.
1948 erfolgte seine Rehabilitierung durch die Russische Generalstaatsanwaltschaft.
Unser Eigentum, eine Metallfabrik in Thüringen, war zu diesem Zeitpunkt bereits an einen "Banker" aus Westfalen vom Rechtsstaat Bundesrepublik verscherbelt worden. Nachdem dieser vermeintliche "Investor" unseren Betrieb in Grund und Boden gewirtschaftet hatte, machte er sich mit den vom Staat erhaltenen Fördermitteln aus dem Staub und wird seitdem polizeilich gesucht.
Uns wird von diesem "Rechtsstaat" die Rückgabe unseres Eigentums, obwohl nach geltendem Recht diese nach der Rehabilitierung von SMT-Verurteilten erfolgten soll, nach wie vor verweigert.
Wie lange soll diese Unrechtswirklichkeit noch andauern? Ist die "biologische Lösung" der einzige Weg?

 

 

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