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Gerhard Heeren
Frankfurter Allgemeine
Zeitung
Abt. Leserbriefe
per Fax: 069 - 7591 - 1743
Leserbrief
Zu: "Deutsche Unrechtswirklichkeit"
von Klaus Peter Krause
F.A.Z. vom 14. August 2000
Sehr geehrte Damen und Herren,
in dem Leitartikel "Deutsche Unrechtswirklichkeit" am 14. August 2000 in der
F.A.Z. von Klaus Peter Krause werden die Widrigkeiten unseres Rechtsstaates
brillant verdeutlicht.
Über die Rechtsstaatlichkeit des russischen Staates haben wir früher die
Nase gerümpft. Heute ist Rußland im Gegensatz zu uns ein Rechtsstaat
geworden, denn dort werden Personen rehabilitiert, denen in Deutschland
1945-49 ein Unrecht durch die Besatzungsmacht zugestoßen ist. Bei uns gibt
es zwar auch Rehabilitierungsgesetze, die aber vorsätzlich von unseren
Parteien in sich unwirksam gemacht worden sind. Denn, wenn das Unrecht in
der besatzungshoheitlichen Zeit 1945-49 geschehen ist, dann können die
deutschen Rehabilitierungsgesetze nicht angewandt werden, auch wenn die
Unrechtshandlungen wie Denunziationen mit dem Ziel des Vermögensraubes von
"deutschen Behörden" veranlaßt und durchgeführt worden sind.
Mit diesen toten Gesetzen, die nur eine Alibifunktion haben, wollten die
Parteien erreichen, daß die Besitzwegnahmen durch den Staat nicht rückgängig
gemacht werden brauchen. Der russische Staat distanziert sich mit Recht von
diesen Rechtsstaatswidrigkeiten als nicht zuständig. Diese Tatsachen
unterstreichen die deutsche Unrechtswirklichkeit.
Mit freundlichen Grüßen
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