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Frankfurter Allgemeine Zeitung vom 03.11.2003 |
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Nach dem Krieg - und - nach der Wende
Zum Artikel "Unrecht Gut gedeiht nicht" (F.A.Z. vom 21. Oktober): Karl Feldmeyer stimme ich völlig zu, wenn er schreibt: "Das
ist eine traurige, 1947 wurden meine Urgroßmutter und mein Vater zusammen mit seinen
beiden ebenfalls minderjährigen Brüdern - ihre Mutter war
verstorben, und der Vater blieb vermißt - von der Stadtverwaltung
Frankfurt (Oder) aus ihrem Elternhaus nach Westberlin verjagt. Entschädigung gab es von der Bundesregierung keine, da wir angeblich
ja nicht enteignet worden seien, der Betrieb also nebst Wohnhaus nach
wie vor uns gehöre. Kurz nach der Wende, an die auch ich schon nicht mehr glaubte, wenn
ich Es sollte nicht der letzte Besuch dort sein. Wir wurden von Pontius zu Pilatus geschickt - teilweise zu Behörden, Nur eines wußten alle Mitarbeiter auf Anhieb und hundertprozentig
sicher, Wenig später eröffnete die "Treuhand" eine Niederlassung
in Frankfurt Doch die Behörde kannte angeblich und überraschenderweise
die Stadthalle überhaupt nicht. Dabei hatte uns ein Mitarbeiter
in der Stadthalle heimlich einen Vertragsentwurf zugespielt, Sobald ich meinen Namen nannte, wurde sofort aufgelegt, und anschließend war besetzt. Dann urplötzlich zauberten die Treuhand und das brandenburgische Auch die Dienststempel waren an verschiedenen Plätzen auf den Urkunden. Und was das Ministerium auch hätte wissen müssen: Für die Treuhand aber stand damit fest: Wir sind seit 1948 enteignet
und Also versuchten wir es auf dem Klagewege unter anderem mit dem Verweis
auf die Ungereimtheiten in den Urkunden. Also zogen wir unsere aussichtslose Klage zurück und baten die
Treuhand, uns Diese lehnte aber ab, da sie schon in Verkaufsverhandlungen stünde.
Beim Scheitern würden sie sich melden. Die Stadthalle wurde - wie ich von anderer Seite erfuhr - an einen Es ist schon ein schlechter Treppenwitz der Geschichte: Nach dem Krieg bekamen wir kein Entschädigung, weil wir nicht belegen konnten, daß wir enteignet worden waren. Nach der Wende bekamen wir unser Eigentum nicht zurück, weil sich
angeblich herausstellte, daß wir doch enteignet wurden, Das kann doch alles nicht wahr sein, oder? Leider doch. Dr. Hans-Jürgen Hundrieser, Schwalbach Frankfurter Allgemeine Zeitung vom 03.11.2003 |
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