Presse
Frankfurter Allgemeine Zeitung vom 29.09.2003

Öffentliche Richtigstellung

Aufrichtig und herzlich danke ich Klaus Peter Krause für seinen Aufsatz "Das deutsche Watergate" (F.A.Z.-Feuilleton vom 29. September).

Endlich liegt eine gründlich recherchierte, wissenschaftliche Arbeit zum Thema Nichtrückgabe enteigneten Besitzes in der ehemaligen DDR nach der Wiedervereinigung vor.

Viele bisher vorgebrachte Argumente und Forderungen sind ohne Erfolg geblieben. Meist wurden sie gar nicht oder mit der immer wiederholten Lüge der angeblichen Forderung der Sowjetregierung beantwortet.

Nachdem wir immer noch in einem Rechtsstaat leben, in dem die Wissenschaft ein hohes Ansehen genießt, habe ich nun Hoffnung, daß die vorliegende Arbeit von Constanze Paffrath auch in den politischen Parteien Beachtung findet.

Vor allem wünsche ich mir, daß die damals verantwortlichen Politiker sich endlich an ihre Verschleierung und Verdrehung der Wahrheit erinnern.

Eine Lüge bleibt eine Lüge.
Der zeitliche Abstand ist eine Hilfe, solche Einsicht zu gewinnen und begangene Fehler einzugestehen.
So bitte ich Helmut Kohl,Wolfgang Schäuble und Theo Waigel um eine öffentliche Richtigstellung ihrer Behauptung:
"Die deutsche Wiedervereinigung sei nur möglich gewesen durch den Verzicht auf Rückgabe staatlichen, durch die Kommunisten enteigneten Vermögens."

Es ist nicht nötig, daß die Last politischer Fehlentscheidungen noch länger auf Deutschland liegt.

Recht muß Recht bleiben.

Albrecht Fürst zu Castell-Castell, Castell


Frankfurter Allgemeine Zeitung
vom 21.10.2003

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