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Dr. Hubertus v. Below Freitag, 16. Mai 2003

Offener Brief in Sachen „www. Staatshehlerei.de“

Dr. Hubertus v. Below Freitag, 16. Mai 2003
Schlosshof / Schlossstrasse 1a
04068 Döben bei Grimma

Herrn
Prof. Dr. Roman Herzog
PF 860445
81631 München


Offener Brief in Sachen „www. Staatshehlerei.de“

Sehr geehrter Herr Professor Herzog,

vor 5 Jahren sind wir uns im Leipziger Rathaus begegnet, als 24 Bürgerrechtlern der ehemaligen DDR das Bundesverdienstkreuz für das beispielhafte Wirken überreicht wurde, das zum Ende der sozialistischen/kommunistischen Ära geführt hat.

In der Gegenwart von Presse, Kirche und Politik habe ich Sie vor mindestens 500 Zuhörern und den Bürgerrechtlern gefragt, wie sie ihre Rolle bei der Festschreibung des Enteignungsunrechts 1945-1949 rechtfertigen können. Sie haben mir mindestens 5 Minuten lang für alle hörbar ausweichend und nichtssagend geantwortet. Mich ermutigt der Offene Brief von Herrn von Zimmermann vom 10. Mai 2003 an Sie, meine Anklage erneut zu wiederholen und sie aufzufordern, dass es nur noch einen einzigen Weg gibt, Ihre Ehre vor dem deutschen Volk wiederherzustellen.

Bekennen Sie sich zu Ihren furchtbaren Fehlern und Ihrer Fehleinschätzung als Präsident des Bundesverfassungsgerichtes und Bundespräsident des frisch vereinigten Deutschlands bei der Möglichkeit zur Wiederherstellung des ausgebeuteten Mittelstandes in den neuen Ländern, um Ihrer „Ruck-Rede“ im Nachhinein einen Inhalt zu geben. Geben Sie gleichzeitig den von der Hanns-Seidel-Stiftung in München verliehenen „Franz-Josef-Strauß-Preis zurück an die Stiftung. Sie hätten dadurch die Möglichkeit, als berühmter Deutscher, so wie ein Offizier unter Friedrich dem Großen oder Götz v. Berlichingen, in die Geschichte einzugehen. Die wahre Heldenhaftigkeit der Deutschen müsste Ihnen in ihrem neuen Zuhause in Jagsthausen durchaus geläufig sein.

Warum haben Sie eigentlich den Vorsitz für Menschenrechte in Brüssel freiwillig abgegeben? War das die erste Vorhut der Einsicht und Reue? Deutschland und Europa könnten Sie vor einem bodenlosen Fall in noch mehr Verlogenheit und Anarchie bewahren.

Leider muß ich Ihnen mitteilen, dass sich die Macher der öffentlichen Meinung trotz oder gerade wegen Ihrer Behinderung einer Restitutio ad integrum für den alten enteigneten Mittelstand zumindest in Sachsen von Tag zu Tag mehr in den Händen der Leute befinden, die die Wahrheit kennen und auch Ihre Rolle an das Tageslicht rücken werden. Selbst Ihre Nachwuchs-Juristen werden Sie nicht mehr auf dem Sockel eines verdienten Juristen und Deutschen stehen lassen können.

Wir haben uns hier an alter Stätte der Familie gegen alle ideologischen, von Ihnen zementierten Widerstände behaupten können und geholfen, Vereine, Schulen und Arbeitsplätze für den Wiederaufbau im Muldentalkreis beizusteuern. Es sieht so aus, als ob Sie und Herr Schäuble sich umsonst über uns „luschtig“ (nachzulesen in seinem Buch „Der Vertrag) gemacht haben. Geschichte lässt sich nicht auslöschen, auch durch Sie nicht. Es soll aber vorkommen, dass sogenannte „Ruck-Reden“ von einem Bundespräsidenten zur Fußnote der Geschichte verkümmern. Da die SPD bereitwillig in die „Allianz des Schweigens“ (Vorstellung auf der Leipziger Buchmesse vom Autor Udo Madaus im März 2003) beigetreten ist, wird ihr wohl auch dasselbe Schicksal drohen.

Wie sagte es Ihr Ministerpräsident Edmund Stoiber neulich im
Kanzlerwahlkampf:

Wenn es darauf ankommt, haben die Bayern preußische Tugenden!

Deshalb warten vermutlich mindestens zwei Millionen Menschen (z. B. die betrogenen Ex-LPG-Bauern, Unternehmer, SED-Opfer, Inhaftierte der ehemaligen DDR etc.etc.) geduldig darauf, dass Sie sich selbst öffentlich an den Pranger stellen.

Seien Sie der Hirte in der Bibel, der dem einen Schaf (Wahrheit) hinterher geht und nicht der Mietling, der, wenn der Wolf (Wähler.) kommt, seine Herde (Wahrheit und Volk) im Stich lässt.

Reumütige Heimkehrer hat Gott schon immer in sein Haus aufgenommen.

Seien Sie Gott befohlen, Ihr

Hubertus v. Below (im Original handschriftlich)


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