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DIE ZEIT 28/2001

Genfer Ermittlungsdokumente - Die Spur der Millionen

Von Genfer Strafverfolgern rekonstruiert, von deutschen Staatsanwälten ignoriert - die Geldflüsse aus dem Finanzimperium des Dieter Holzer begründen den Verdacht der Bestechlichkeit deutscher Politiker

Von Thomas Kleine-Brockhoff & Bruno Schirra

In jahrelanger Arbeit hat die Genfer Justiz den Fluss jener 256 Millionen Franc verfolgt, die der französische Ölkonzern Elf Aquitaine als "Provisionen" beim Kauf der Raffinerie Leuna zahlte. Die Schweizer Ermittler deckten dabei ein System von Unternehmen, Stiftungen und Off-shore-Firmen auf, das sie für eine "brilliant aufgebaute Geldwaschanlage" halten. Dieser Geldfluss habe offenkundig dazu gedient, "kriminelle Erträge zu verteilen". Wer diese Spur nach Deutschland weiter verfolgt, glauben die Schweizer, könne auf "öffentliche Bestechung" stoßen. Das sollte, schreiben sie, "die Eröffnung einer Strafuntersuchung in Deutschland begründen". In Deutschland aber wird bis heute nur wegen des Verdachts der Geldwäsche und nur gegen Dieter Holzer ermittelt, den Herren des Millionenkarussells. Dieses Schaubild und weitere Beweisunterlagen zur Grundlage einer Ermittlung wegen des Verdachts der Bestechlichkeit deutscher Politiker zu machen, verweigern deutsche Staatsanwaltschaften standhaft.

Deshalb druckt die ZEIT exklusiv, was die Staatsanwälte hierzulande seit Monaten stoisch ignorieren und was in keine Ermittlungsakte Eingang gefunden hat. Die Erklärung dieses verwirrenden Geflechts von Holzers Stiftungen, Briefkastenfirmen und Treuhandgesellschaften sowie die Verdachtsmomente, die sich daraus ergeben, haben die Schweizer den Deutschen ebenso geschickt. Weil sich auch dafür keine Staatsanwaltschaft interessiert, hat die ZEIT die 17 Seiten lange Erläuterung, zwei weitere Dokumente sowie die Schaugrafik ins Internet gestellt

45 Seiten Dokumentation zum Fall Leuna

Seite 1 bis 17 (1,4 mb, pdf): Schreiben des Genfer Generalstaatsanwalts an die Augsburger Staatsanwaltschaft vom 14. September 2000. Darin stellt die Genfer Justiz unaufgefordert sämtliche Ermittlungsergebnisse zur "deutschen Spur" zur Verfgügung und stellt in Aussicht, die Schweizer würden auch die Beweisunterlagen liefern, sofern ein Rechtshilfeersuchen gestellt würde. Die Genfer sind der Meinung, dieses Schreiben solle in Deutschland eine Ermittlung wegen des Verdachts der Bestechlichkeit auslösen. Das ist seither nicht geschehen. Die Genfer Justiz legt diesem Schreiben eine wandteppichgroße Graphik bei, auf der sie die Geldflüsse erläutert. Zu sehen in der ZEIT auf den Seiten 12 und 13, sowie online als Download.

Seite 18 bis 21 (378 kb, pdf): Pressemitteilung der Staatsanwaltschaft Saarbrücken, in der sie die Aufnahme eines Ermittlungsverfahrens wegen des Verdachts der Geldwäsche gegen Dieter Holzer erläutert.

Seite 22 bis 45 (2,1 mb, pdf): Protokoll der Sitzung des Berliner Untersuchungsausschusses vom 17. Mai 2001. Darin werden die Saarbrücker Staatsanwälte zu ihren Ermittlungen befragt und von einigen Abgeordneten heftig kritisiert - was bei einer sogenannten "informatorischen Anhörung" ungewöhnlich ist.

Zum Betrachten der pdf-Dateien benötigen Sie den "Acrobat Reader", den Sie hier kostenlos herunterladen können.

Um den Originalcharakter dieser Dokumente beizubehalten, sind sie hier als Grafik veröffentlicht. Damit sind die Dateien groß und lassen sich nicht in jedem Browser einfach per Mausklick öffnen. Es ist ratsam, sie lokal abzuspeichern (unter Windows mit der rechten Maustaste, z.B. "Ziel speichern unter...", "Save link as ...", etc.) .

Das eigentliche Schaubild der Geldflüsse aus dem Finanzimperium des Dieter Holzer kann gleichfalls eingesehen werden. Es ist 1 mb groß und sollte zum lokalen Betrachten heruntergeladen werden:

Schaugrafik (1 mb, jpg)

Die Legende des Schaubildes:

Legende (126 kb, jpg)

(c) DIE ZEIT 28/2001

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