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| HUNZINGER UND DIE CDU-SPENDENAFFÄRE | |
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"Moderne Variante von Karlheinz Schreiber, nur gefährlicher" Von Markus Deggerich Unter den vielen Schauplätzen und Namen der CDU-Spendenaffäre
taucht ein Name immer wieder auf: Berlin - Der Unternehmer war empört und verwahrte sich "gegen
seltsame Verknüpfungen". Weil dem Wirtschaftsmann Karl Ehlerding
die Spekulationen über seine großzügige Spende an
die CDU und den möglichen Zusammenhang mit dem Verkauf von Eisenbahnerwohnungen
an ihn zu weit gingen, suchte er professionellen Beistand bei einem
alten Bekannten. Die Hunzinger Information AG formulierte und verbreitete
für den Hamburger die Pressemitteilungen, in denen sich Ehlerding
gegen den Verdacht wehrte, er habe mit seiner Gabe an die Regierungspartei
die Vergabe an sein Bieterkonsortium beeinflussen wollen. Es kommt dabei zu einer seltsamen Verknüpfung von Personen aus
der Affäre, die die Republik erschütterte, und allen gemeinsam
ist nur eines: Sie kannten Hunzinger. Bereits bei dem ominösen
Spenderessen am 21. September 1994 im Bonner Hotel Königshof
saß Hunzinger mit am Tisch. Hunzinger immer mit am Tisch Im Königshof versammelt hatten sich auch Jürgen Maßmann,
Zwischendurch vertrat sie aber auch noch kurzzeitig Brigitte Baumeister als Anwältin vor dem Bundestags-Untersuchungsausschuss, als es um den genauen Ablauf der Übergabe jener 100.000 Mark von Schreiber an Schäuble ging. Die beiden kannten sich dank Hunzinger schon gut. Denn Baumeister
hatte sich schon Jahre vorher gemeinsam mit dem PR-Berater beim Börsengang
der Deutschen Telekom eingemischt. Der inzwischen verurteilte Maßmann hatte 1990 gemeinsam mit
Schreiber den Verkauf von 36 Spürpanzern "Fuchs" nach
Saudi-Arabien gemanagt. Von dem damals mit 446 Millionen Mark völlig
überteuerten Verkaufspreis sind rund 220 Millionen als "Provisionen"
versickert. In dem Geflecht der vielen Personen und Einzelgeschichten rund um
die CDU-Spendenaffäre scheint nur eines sicher: Dann kam es am 8. Juni 1998 zu einem Treffen zwischen Wissmann und Finanzminister Theo Waigel (CSU) im Kanzleramt. Seitdem sprachen sich Wissmann und Kohl dafür aus, den Zuschlag
eher dem schlechteren Gebot des deutschen Konsortiums zu geben. Mitte
Juni erhielten diese den Zuschlag. Damit war das Verfahren jedoch
nicht beendet, es gab noch keinen Kaufvertrag. Das Geld landet auf Kohls Anderkonto Das Geld landet nicht bei der Schatzmeisterei, sondern wurde auf das Anderkonto mit der Nummer 24 980-12 eingezahlt, die Herkunft verschleiert. Auf das Konto, auf dem seinerzeit Helmut Kohl das Geld von seinen anonymen Spendern parkte, jene 2,1 Millionen Mark, deren Herkunft er bis heute gesetzeswidrig verschweigt. Wissmann hatte sich entgegen den Empfehlungen aus seinem eigenen
Ministerium für eine Zuschlag an das deutsche Konsortium eingesetzt.
Wissmann verteidigt Hunzinger Noch im Dezember 2000 verteidigte Wissmann öffentlich das System Hunzinger. Der hatte einen seiner "Parlamentarischen Abende" veranstaltet. Hunzinger brachte unter dem Motto "Rente der Zukunft - Zukunft der Rente" unter anderen Bundesverkehrsminister Kurt Bodewig (SPD), CSU-Landesgruppenchef Michael Glos, seinen Duz-Freund Friedrich Merz und den damaligen FDP-Generalsekretär Guido Westerwelle mit seinem Auftraggeber, dem Versicherungskonzern Colonia, auf ein Podium und förderte das Ziel der Colonia, wie das "SZ-Magazin" schrieb, "möglichst bald an die Milliarden der staatlich geförderten privaten Altersversorgung zu gelangen". Wissmann adelte das und sagte, es sei eine gute Sache, wenn seriöse Politikberatungsfirmen relevante Fakten und Argumente zwischen Wirtschaft und Politik transportierten. Für Ströbele ist der Politikberatungsfirma Hunzinger Der PR-Berater ist CDU-Mitglied, spendet auch kräftig für
seine Partei und hält Helmut Kohl für "die Persönlichkeit
des Jahrhunderts". Und auch in anderem Zusammenhang sieht Ströbele Hunzinger in
der Nähe des CDU-Schwarzgeldsystems. Helmut Kohl hat behauptet,
die 2,1 Millionen Mark von den unbekannten Spendern, die auf dem gleichen
Konto geparkt wurden wie die Ehlerding-Spende, vor allem für
die Arbeit der CDU-Sozialausschüsse eingesetzt zu haben. |
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