| Presse |
| Süddeutsche Zeitung ,09. 07..01 |
| Bund macht im Osten kräftig Kasse | |
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BVVG erzielte bislang rund drei Milliarden DM Überschüsse aus Agrarprivatisierung uhl. Berlin Die bundeseigene Bodenverwertungs- und - verwaltungs GmbH (BVVG) hat nach Worten ihres Sprechers der Geschäftsführung, Wolfgang Horstmann, im vergangenen Jahr kräftig Kasse gemacht. Die im vergangenen Jahr erzielten Umsatzerlöse aus der Agrarprivatisierung ostdeutscher Flächen seien mit 654 Millionen DM um etwa 30 Millionen DM höher ausgefallen als geplant.
Die BVVG habe dadurch rund 352 Millionen DM an den Bund abführen können mithin etwa 60 Millionen DM mehr als der Plan vorgesehen habe. Insgesamt habe die BVVG in ihrer neunjährigen Tätigkeit der Bundeskasse inzwischen rund drei Milliarden DM zur Verfügung gestellt. Das gute finanzielle Jahresergebnis begründete Horstmann vor allem mit dem verstärkten Verkauf von Acker- und Grünland sowie von Forstflächen zum Verkehrswert. Außerdem habe die Gesellschaft fast 5000 Hektar Bauland für Infrastrukturvorhaben, Gewerbeansiedlungen und Wohnungsbau veräußern können. Der begünstigte Verkauf von Flächen nach dem Entschädigungs- und Ausgleichsleistungsgesetz (EALG) sei nach einer fast zweijährigen Unterbrechung dagegen erst im Spätherbst wieder angelaufen. Daher seien bis Jahresende nur noch 30 Verträge über die Nutzung von rund 300 Hektar Land- und Forstflächen abgeschlossen worden. Wegen Beschwerden der EU-Kommission musste das EALG novelliert werden. Danach dürfen die EALG-Preise statt bislang 50 Prozent jetzt nur noch um rund ein Drittel unter dem Verkehrswert liegen. Zudem können nun auch EU-Ausländer Flächen zu subventionierten Preisen erwerben. Der Verkauf nach EALG, so Horstmann, komme dennoch nur schwer in Gang. Viele Bauern und Pächter seien durch BSE, Maul- und Klauenseuche verunsichert. Niemand wisse genau, welche Folgen die von der Regierung angekündigte Agrarwende auf ihre Betriebe hätte. Daher zögerten nun viele von ihnen mit dem Kauf von Flächen, obwohl die Antragsfrist für Käufe nach EALG Ende August diesen Jahres auslaufe. Danach könne das Land nur noch zum Verkehrswert erworben werden. Der BVVG-Chef ist dennoch zuversichtlich, dass die Gesellschaft in diesem Jahr knapp 60 000 Hektar Acker- und Grünland sowie etwa 65 000 Hektar Waldflächen veräußern kann. Ziel sei es dabei, die Verkaufs- und Pachterlöse auf über 700 Millionen DM zu steigern und mehr als 330 Millionen DM an den Bund abzuführen. Schützenswerte Areale Darüber hinaus wolle man bis Ende des Jahres die unentgeltliche
Übertragung von 50 000 Hektar Naturschutzflächen aus dem Bestand
der BVVG in das Eigentum der neuen Länder abschließen. Dabei
gehe es um besonders schützenswerte Areale wie etwa den Müritz-Nationalpark
(Mecklenburg-Vorpommern) oder das Biosphärenreservat Schorfheide
(Brandenburg), die die neuen Länder an Stiftungen und Naturschutzverbände
weiterreichen wollten. Weitere 50 000 Hektar dieser hoch sensiblen Flächen
könnten die Länder zudem zum Verkehrswert erwerben. Allerdings
sei offen, ob die Länder dieses zweite Kontingent überhaupt
ausschöpfen würden.
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Quelle: Süddeutsche Zeitung |
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