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Andere fordern mehr innere Sicherheit. Jutta Limbach hat sie.
Auf dem Anwaltstag in München hielt sie eine Festrede zur Sicherheitspolitik,
die sich Wahlkämpfer, von welcher Partei auch immer, unter das
Kopfkissen legen können. Nicht weil die bisherige Präsidentin
des Bundesverfassungsgerichts und neue Präsidentin des Goethe-Instituts
Patentrezepte dafür hätte, wie Terror und Gewalt zu begegnen
sei.
Aber sie hat ein unerschütterliches Vertrauen in die Grundrechte
unserer Verfassung und mit dieser inneren Gewissheit geht
sie daran, kollektive Sicherheit und individuelle Freiheit auszutarieren.
Jutta Limbach ist eine Vertreterin des starken Staates,
aber in anderer Weise als Edmund Stoiber,
der auf dem Anwaltstag forderte,
mit immer neuen Rechtsänderungen und Verschärfungen die innere
Sicherheit zu verbessern; gerade so, als müsse einer Gewalttat
stets ein neues Gesetz folgen wie der Donner dem Blitz.
Wer so redet, der verwechselt den starken Staat mit einem Krachmacher-Staat.
Es ist kluge Politik, nicht so kurzatmig zu arbeiten,
und es ist kluge Politik,
die Sicherheitsgesetze, die man in der Vergangenheit schon gemacht hat,
zu wägen, zu überprüfen und zu korrigieren.
Für Jutta Limbach ist der starke Staat der,
der weiß, dass die Menschen- und Bürgerrechte noch
immer die besten Garanten der inneren Sicherheit sind.
Solche Sätze provozieren, auch wenn sie ebenso leise wie eindringlich
vorgetragen werden.
Der thüringische Justizminister hat gemeint, sofort nach der Rede
eine Erklärung herausgeben zu müssen,
in der er Limbach Verharmlosung des Terrorismus vorwarf.
Er sollte die Rede nachlesen. Sie beschäftigt sich mit dem Terrorismus
ernsthafter als er.
Quelle: Süddeutsche
Zeitung
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