| Presse |
| Der Spiegel, 23.01.2004 |
| Stolpe überrascht, de Maizière für neues Gesetz | |
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Wirbel um das EU-Urteil für die Opfer der DDR-Bodenreform: Der für den Aufbau Ost zuständige Minister Stolpe hat nicht damit gerechnet, der letzte Ministerpräsident der real existierenden sozialistischen Republik fordert eine Gesetzeskorrektur, das Landwirtschaftsministerium will den Ländern mögliche Entschädigungen aufdrücken.
Lothar de Maizière forderte vom Gesetzgeber eine Korrektur der
Enteignungen von Neubauern-Erben. "Ein Rückabwicklungsgesetz
wäre die sauberste Lösung", sagte de Maiziere der "Sächsischen
Zeitung". Er empfahl Neubauern-Erben, die ihre Land verloren haben, fristgerecht innerhalb eines Monats frühere Verzichtserklärungen anzufechten. "Schließlich ist Vorsicht die Mutter der Porzellankiste", sagte er.
Der Straßburger Gerichtshof hatte gestern entschieden, die Enteignung von 70 000 Grundstücken nach der Wiedervereinigung habe gegen die Menschenrechte verstoßen. Auf den deutschen Staat könnten nun Kosten in Milliardenhöhe zukommen, wenn das Urteil auch in letzter Instanz bestätigt wird: Zehntausende Grundstückserben ehemaliger DDR-Bauern könnten dann mit einer Entschädigung rechnen.
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