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Presse
Der Spegel, 29.11.1999
Wald zu verkaufen

In der rot-grünen Bundesregierung steht ein neuer Konflikt über die Privatisierung ostdeutscher Nationalparks bevor. Entgegen dem Votum von Bundesumweltminister Jürgen Trittin und der Koalitionsvereinbarung will der Bundestag den weiteren Verkauf von Naturschutzgebieten ermöglichen. Mit einer Änderung des Vermögensrechts-Ergänzungsgesetzes kann die Treuhand-Nachfolgegesellschaft BVVG die im deutschdeutschen Einigungsvertrag festgelegten Naturflächen von rund 175 000 Hektar vorwiegend an Alteigentümer verkaufen.

So wurden bereits in den Kernzonen des Unesco-Biosphärenreservats im brandenburgischen Schorfheide-Chorin oder im Nationalpark Müritz Waldflächen zu Quadratmeterpreisen von teilweise 18 Pfennig veräußert. Im Küstenschutzgebiet Wustrow gab der Bund 670 Hektar Vogelschutzgebiet an einen Kölner Tourismus-Investor weiter. Während der Uno-Umweltchef Klaus Töpfer vor einem Ausverkauf des "Tafelsilbers der Deutschen Einheit" warnte, blitzten die Umweltverbände bei einem Spitzengespräch in der vergangenen Woche im Berliner Kanzleramt ab: Aus EU-rechtlichen Gründen seien solche Verkäufe notwendig.

http://www.spiegel.de/spiegel/0,1518,55138,00.html



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