| Presse |
| Berliner Zeitung , 17.05.2001 |
| Leuna-Affäre: Kohl bestreitet neue Vorwürfe | |
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Leuna-Affäre: Kohl bestreitet neue Vorwürfe Ex-Kanzler kann sich nicht an ein Treffen mit dem Chef von Elf Aquitaine
erinnern BERLIN, 16. Mai. Der frühere Bundeskanzler Helmut Kohl (CDU) hat
Schmiergeldvorwürfe im Zusammenhang mit dem Verkauf der Leuna-Raffinerie
und des DDR-Tankstellennetzes Minol an den französischen Konzern
Elf Aquitaine erneut zurückgewiesen. Zu einem Geheimtreffen zwischen
ihm und dem damaligen Elf-Chef Le Floch-Prigent im Sommer 1992 teilte
Kohl durch einen Sprecher mit, er könne sich daran nicht erinnern.
Auch der ständige Französischdolmetscher des damaligen Kanzlers
könne sich nicht an ein derartiges Gespräch erinnern. Ein
solches Treffen, heißt es in der Erklärung, wäre im
Übrigen auch kein Beweis für "suggerierte kriminelle
Machenschaften". Zu dem Bericht in dieser Zeitung, wonach der französische Präsident Mitterrand den so genannten "Lobbying"-Zahlungen von Elf an deutsche Entscheidungsträger zugestimmt haben soll, sagte der Untersuchungsausschussvorsitzende Volker Neumann (SPD), diese Aussage habe "größte politische Brisanz". "Es ist ein dolles Ding, dass ein Staatspräsident Schmiergeldaktionen eines Staatskonzerns absegnet." Das Verhalten rücke die Beziehungen Kohl-Mitterrand in neues Licht. Ein weiterer Ex-Spitzenmanager von Elf Aquitaine hat nach Informationen dieser Zeitung Zahlungen seines Unternehmens im Zuge des Leuna/Minol-Geschäfts nach Deutschland bestätigt. Es sei darum gegangen, "uns der konstanten Zustimmung der deutschen politischen Behörden zu versichern", sagte Alain Guillon im Juni 2000 bei der Pariser Staatsanwaltschaft aus. Ausdrücklich nannte er den Namen des früheren Bundeswirtschaftsministers Hans Friderichs (FDP), den Guillon als "unseren Vertreter" bezeichnete.
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