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Berlin (Reuters) - Der letzte DDR-Innenminister Peter-Michael Diestel
(CDU) hat den Schuldspruch des Berliner Landgerichts wegen Untreue im
Zusammenhang mit dem Kauf einer ehemals volkseigenen Villa nun doch
angenommen. Diestel habe seine Revision gegen das vor fünf Monaten
ergangene Urteil zurückgezogen, sagte ein Justizsprecher Reuters
am Donnerstag. Die Richter hatten den 49-jährigen Diestel verwarnt
und eine Geldstrafe von 9900 Mark auf Bewährung gegen ihn verhängt.
Außerdem wurde ihm eine Geldbuße in Höhe von 20.000
Mark auferlegt, die er nun zahlen muss. Die Geldstrafe wird ihm erlassen,
wenn er sich in den nächsten zwei Jahren straffrei führt.
Diestel hatte die Villa samt Seegrundstück in Zeuthen bei Berlin
1990 von seinem eigenen Ministerium für 193.000 Mark gekauft. Später
war die etwa 3500 Quadratmeter große Immobilie auf den vierfachen
Preis geschätzt worden. Mit dem Verkauf habe der ehemalige Spitzenpolitiker
seine Pflicht verletzt, das Vermögen des Ministeriums ordentlich
zu betreuen, hieß es im Urteil. Der heute als Rechtsanwalt tätige
Ex-Minister war 1998 im ersten Untreue-Prozess freigesprochen worden.
Dieses Urteil hatte der Bundesgerichtshof (BGH) ein Jahr später
aufgehoben und eine Neuverhandlung angeordnet.
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