Presse
BVVG am 9. Januar 2002
In Ostdeutschland kam der begünstigte Flächenverkauf nach EALG auf Touren
BVVG will 2002 mit 139.000 Hektar so viel privatisieren wie noch nie
Die für die Privatisierung der ehemals volkseigenen land- und forstwirtschaftlichenFlächen in den fünf neuen Bundesländern zuständige BVVG Bodenverwertungs-und -verwaltungs GmbH geht mit einer guten Bilanz und mit großem Optimismus in das neue Jahr. Der bundeseigene Immobilien-Dienstleister im ländlichen Raum hat 2001 mit circa 120.000 Hektar verkaufter Fläche das bisher beste Ergebnis innerhalb eines Jahres erreicht. „Schwerpunkt unserer Arbeit ist die Flächenprivatisierung nach dem novellierten Entschädigungs- und usgleichsleistungsgesetz (EALG), die seit dem Neustart im Oktober 2000 richtig auf Touren gekommen ist“, unterstreicht eschäftsführungssprecher Dr. Wolfgang Horstmann, der zusammen mit seinem Kollegen Dr. Wilhelm Müller am 9. Januar 2002 in Berlin die Medien über die Ergebnisse und Vorhaben der BVVG informierte. „Wir konnten die Ziele 2001 auch finanziell überbieten. Für 2002 haben wir die Messlatte noch etwas höher gelegt und wollen insgesamt 139.000 Hektar veräußern. Damit wird die BVVG im zehnten Jahr ihres Bestehens erneut einen aktiven Beitrag zur Umstrukturierung der ostdeutschen Agrarwirtschaft und zur Entwicklung der ländlichen Räume leisten“, bekräftigt der BVVG-Chef.

Aktuelle Ergebnisse zum 31. Dezember 2001:
style='font-family:Arial;color:black'>Die BVVG hat im Jahr 2001 nach vorläufiger Übersicht Gesamterlöse von 424 Millionen EUR sowie einen Einnahmenüberschuss von 220 Millionen EUR erzielt.

Die Gesellschaft schloss im Jahr 2001 mit Landwirten insgesamt 2.357 Kaufverträge über insgesamt 56.242 Hektar zur landwirtschaftlichen Nutzung ab, darunter 889 Verträge über 38.943 Hektar nach dem EALG. Mit Waldkäufern wurden 1.256 Verträge über 59.043 Hektar abgeschlossen, davon 1.101 Verträge über 54.089 Hektar nach dem EALG. Mit Erwerbern von Umwidmungsflächen, zum Beispiel für Autobahnbau und Wohnungsbau, vereinbarte die BVVG 4.203 Verträge über 3.926 Hektar. Außerdem wurden 2001 insgesamt 4.000 meist landwirtschaftlich genutzte Gebäude wie Scheunen und Ställe verkauft.

Zur Jahresmitte 2001 begann die BVVG im Biosphärenreservat Mittlere Elbe nahe Dessau mit der gesetzlich vorgesehenen unentgeltlichen Übertragung von insgesamt 50.000 Hektar Naturschutzflächen an die Länder.

Neue Jahresziele 2002:

Die BVVG wird die Privatisierung im Jahre 2002 weiter voranbringen und den EALG-Flächenverkauf noch einmal ausweiten. So sollen in den nächsten zwölf Monaten rund 66.000 Hektar Acker- und Grünland zur landwirtschaftlichen Nutzung verkauft werden, davon 50.000 Hektar nach EALG. Auch sollen 70.000 Hektar Wald veräußert werden, davon knapp 66.000 Hektar nach den Bestimmungen des EALG.

Im Jahr 2002 verkauft die BVVG auch weiterhin Flächen und Gebäude zum Verkehrswert. Im Zentrum steht wieder die Flächenbereitstellung für Infrastrukturvorhaben wie den Bau der Südharz-Autobahn und der Autobahnumfahrung Leipzig sowie für neu zu schaffende Windenergieanlagen. Insgesamt sollen 35 Millionen Quadratmeter Bauland veräußert und der Bestand an Gebäuden um fast 5.000 reduziert werden. Die vielfältigen Verkaufsvorhaben sind die bisher ehrgeizigste Jahres-Zielstellung der Verwertungsgruppen in den Niederlassungen, die für das operative Geschäft zuständig sind.

Die BVVG schreibt Verkaufsobjekte öffentlich aus, vorrangig in der Internet-Präsenz www.bvvg.desowie in überregionalen und regionalen Zeitungen.

Die im Jahr 2001 begonnene unentgeltliche Übertragung von Naturschutzflächen auf die Länder wird 2002 fortgeführt. Es sollen unter anderem Areale in Nationalparks und Biosphärenreservaten wie der Schorfheide, der Müritz und dem Harz übergeben werden.

Geplante Erlöse 2002:

Die BVVG will im Jahr 2002 durch den Verkauf von Flächen rund 289 Millionen EUR einnehmen, durch die Verpachtung von Acker- und Grünland 86 Millionen EUR. An den Bund soll zum Jahresende 2002 ein Überschuss von rund 197 Millionen EUR abgeführt werden.

Ergebnisse seit 1. Juli 1992:

Die BVVG hat dem Bund im Ergebnis ihrer nunmehr fast zehnjährigen Privatisierungstätigkeit „unter dem Strich“ bisher rund 1,7 Milliarden EUR zur Verfügung gestellt.

Die BVVG veräußerte seit dem 1. Juli 1992 bis zum 31. Dezember 2001 im landwirtschaftlichen Bereich rund 146.000 Hektar Acker- und Grünland – etwa 14 Prozent ihres ursprünglich landwirtschaftlichen Flächenbestandes von rund 1.070.000 Hektar.

Außerdem wurden etwa 308.000 Hektar Wald verkauft – rund die Hälfte des anfänglich zu veräußernden Bestandes von mehr als 600.000 Hektar.

Die BVVG veräußerte seit 1992 rund 34.600 Hektar Bauland, darunter auch Flächen für Infrastrukturvorhaben wie Schienenwege und Wohngebiete. Bisher wurden circa 103.400 Objekte wie Scheunen und Ställe verwertet – rund 80 Prozent des Gesamtbestandes.

Ergebnisse des Jahres 2001

Stand 31. Dezember - vorläufig

Finanzielle Resultate

Erlöse:

Gesamt ca. 424 Millionen EUR
Aus Verkauf ca. 302 Millionen EUR
Aus Verpachtung ca. 95 Millionen EUR
Sonstige ca. 27 Millionen EUR

Aufwendungen:

BvS-und BVVG-Geschäft gesamt ca. 175 Millionen EUR

Einnahmenüberschuss: ca. 220 Millionen EUR

Landwirtschaft

Verpachtung:

Insgesamt verpachtetes Acker- und Grünland 15.675 Verträge 897.437 Hektar

davon Mecklenburg-Vorpommern 3.621 Verträge 331.186 Hektar
Brandenburg 3.602 Verträge 264.767 Hektar
Sachsen-Anhalt 3.647 Verträge 164.402 Hektar
Sachsen 2.661 Verträge 86.243 Hektar
Thüringen 2.144 Verträge 50.840 Hektar

Langfristig verpachtetes Acker- und Grünland 12.661 Verträge 865.364 Hektar Bisher auf 18 Jahre verlängerte Pachtverträge 2.090 Verträge 273.321 Hektar Durchschnittlicher Pachtpreis 97,36 EUR/Hektar

Verkauf für landwirtschaftliche Nutzung:

Verkauf von Acker- und Grünland
2001 insgesamt 2.357 Verträge 56.242 Hektar
darunter EALG-Verkauf 889 Verträge 38.943 Hektar

Acker- und Grünland-Verkauf von 1.7.1992 - 31.12.2001 insgesamt 7.300 Verträge 143.999 Hektar
davon Mecklenburg-Vorpommern 1.779 Verträge 60.441 Hektar
Brandenburg 1.732 Verträge 37.907 Hektar
Sachsen-Anhalt 1.091 Verträge 23.763 Hektar
Sachsen 1.717 Verträge 18.207 Hektar
Thüringen 981 Verträge 5.681 Hektar

EALG-Verkauf bisher 1.941 Verträge 81.370 Hektar Durchschnittlicher Preis Acker- und Grünland nach EALG 1.936 EUR/Hektar Durchschnittlicher Preis Acker- und Grünland außerhalb EALG incl. mitveräußerter Gebäude 5.442 EUR/Hektar

Verkauf für außerland- und -forstwirtschaftliche Zwecke:

Bauland-Verkauf 2001 insgesamt 4.203 Verträge 3.926 Hektar

davon Wohnungsbau 316 Verträge 78 Hektar
Gewerbeansiedlung 142 Verträge 235 Hektar
Infrastruktur 3.329 Verträge 3.039 Hektar
Zusammenführung Boden- und Gebäudeeigentum 416 Verträge 574 Hektar

Bauland-Verkauf von1.7.1992 - 31.12.2001 insgesamt 29.614 Verträge 34.606 Hektar

davon Mecklenburg-Vorpommern 5.966 Verträge 8.712 Hektar
Brandenburg 5.967 Verträge 9.397 Hektar
Sachsen-Anhalt 5.238 Verträge 6.162 Hektar
Sachsen 8.179 Verträge 7.515 Hektar
Thüringen 4.264 Verträge 2.820 Hektar

Im Jahr 2001 verwertete Scheunen, Ställe, etc. 10.909 Objekte Im Jahr 2001 abgerissene Scheunen, Ställe, etc. 385 Objekte ca. 351.086 Kubikmeter

Forstwirtschaft

Verkauf für forstwirtschaftliche Nutzung:

Waldverkauf 2001 insgesamt 1.256 Verträge 59.043 Hektar

darunter EALG-Verkauf 1.101 Verträge 54.089 Hektar

Waldverkauf vom 1.7.1992 bis 31.12.2001 insgesamt 4.747 Verträge 308.281 Hektar

davon Mecklenburg-Vorpommern 438 Verträge 47.659 Hektar
Brandenburg 1.394 Verträge 122.291 Hektar
Sachsen-Anhalt 523 Verträge 48.931 Hektar
Sachsen 1.645 Verträge 58.100 Hektar
Thüringen 747 Verträge 31.300 Hektar
Waldverkauf nach EALG bisher 3.339 Verträge 238.825 Hektar

Durchschnittlicher Preis Waldverkauf nach EALG 911 EUR/ha

Durchschnittlicher Preis Waldverkauf außerhalb EALG 2.139 EUR/ha

noch verfügbare Waldflächen ca. 320.000 Hektar

Jagdbewirtschaftung:

Vergabe jagdlicher Nutzungsrechte 2001 491 Stück

Erlöse 2001 1,9 Millionen EUR

Unentgeltliche Übertragung von Naturschutzflächen

ca. 1.950 Hektar

Verkaufte Flächen für Naturschutzzwecke ca. 1.300 Hektar

Reprivatisierung und Restitution

Rückgaben im Jahr 2001 an berechtigte Personen 1.325 Fälle 12.375 Hektar
davon Acker- und Grünland 10.063 Hektar
Wald 2.312 Hektar
Rückgaben insgesamt 1990 –2001 36.981 Fälle 534.708 Hektar
davon landwirtschaftliche Flächen 467.329 Hektar
forstwirtschaftliche Flächen 67.379 Hektar

An Gebietskörperschaften restituierte Flächen 2001 145.080 Hektar
davon Acker- und Grünland 67.722 Hektar
Wald 77.358 Hektar
Restituierte Flächen insgesamt 1990 – 2001 1.858.319 Hektar
davon Acker- und Grünland 716.727 Hektar
Wald 1.141.591 Hektar

Privatisierungsziele im Jahr 2002

Landwirtschaft

Verkauf für landwirtschaftliche Nutzung:
65.963 Hektar
davon Mecklenburg-Vorpommern 27.965 Hektar
Brandenburg 16.876 Hektar
Sachsen-Anhalt 11.680 Hektar
Sachsen 7.200 Hektar
Thüringen 2.242 Hektar

Verkauf für außerland- und -forstwirtschaftliche Zwecke:

3.610 Hektar

davon Mecklenburg-Vorpommern 1.244 Hektar
Brandenburg 813 Hektar
Sachsen-Anhalt 794 Hektar
Sachsen 544 Hektar
Thüringen 215 Hektar

Forstwirtschaft

Verkauf für forstwirtschaftliche Nutzung: 69.315 Hektar

davon Mecklenburg-Vorpommern 11.295 Hektar
Brandenburg 28.600 Hektar
Sachsen-Anhalt 14.080 Hektar
Sachsen 7.840 Hektar
Thüringen 7.500 Hektar

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