| Presse |
| DPA vom 28.12 2000 |
| Zentralstelle für DDR-Regierungskriminalität schließt | |
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Berlin (dpa) - Neun Jahre nach ihrer Gründung wird die Zentrale Ermittlungsstelle Regierungs- und Vereinigungskriminalität (ZERV) bei der Berliner Polizei zum Jahresende aufgelöst. Die strafrechtliche Aufarbeitung der DDR-Vergangenheit sei im Wesentlichen abgeschlossen, teilte die Innenverwaltung am Donnerstag mit. |
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Mehr als 500 Beamte von Bund und Ländern und 200 Ermittler der Berliner Polizei waren bei der ZERV tätig. Sie bearbeiteten seit dem 1. September 1991 bundesweit alle Straftaten, die im Zusammenhang mit der DDR-Vergangenheit oder der Vereinigung standen. Dazu gehörten die Todesschüsse an der früheren Grenze der DDR. Bearbeitet wurden insgesamt 20 327 Ermittlungsverfahren. Davon betrafen 16 323 Fälle Regierungskriminalität wie beispielsweise Menschenrechtsverletzungen. Im Zusammenhang mit den Doping-Verfahren machten die Ermittler rund 9 000 Sportler der früheren DDR sowie 107 Beschuldigte aus. Berlins Innensenator Eckart Werthebach (CDU) bezeichnete die ZERV als einen wichtigen Faktor bei der Wiederherstellung der inneren Einheit Deutschlands. «Die Ermittlungsstelle setzte sich nachhaltig für die Interessen der Opfer von Gewaltherrschaft und Willkür in der ehemaligen DDR ein», sagte er. Neben der ZERV stellt auch die Treuhand Nachfolgerin BvS, die Bundesanstalt für vereinigungsbedingte Sonderaufgaben, ihre Arbeit ein. Senatssprecher Michael-Andreas Butz erklärte, das Ende der Tätigkeit beider Institutionen sei ein Markstein auf dem Weg zur Schaffung der inneren Einheit Deutschlands und zugleich Ausdruck zunehmender Normalität. Der letzte Leiter der Behörde, Matthias Graichen, schraubte am Donnerstag das ZERV-Schild am Dienstgebäude Columbiadamm 4 in Berlin- Tempelhof ab und übergab es der Polizeihistorischen Sammlung.
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